Hochwasserschutzdämme beeinträchtigen das "Welterbe Wachau(R)"

Appell der "Alliance For Nature": "Gebt der Natur ihre Lebensräume retour!"

Wien (OTS) - Die Donau, einst eine wildromantische Lebensader quer durch Europa, wurde im Laufe der letzten Jahrhunderte durch den Menschen mehrmals ihrer Schönheit und Ursprünglichkeit beraubt und vergewaltigt. Ziel der Regulierungsmaßnahmen, Felssprengungen und Kraftwerksbauten war insbesondere die bessere Schiffbarmachung, der Schutz der anliegenden Ortschaften und die Wasserkraftgewinnung. Doch durch gravierende Fehler der Kulturtechniker, Beamten und Politiker hat man die Donau dadurch keineswegs sicherer gemacht - im Gegenteil. Die ehemaligen 100-jährigen Donau-Hochwässer, die ganze Ortschaften überschwemmten, treten nun in weitaus kürzeren Intervallen auf. Denn anstatt das Niederschlagswasser in den Bergen und Hochlagen auf natürliche Art und Weise zurückzuhalten, wurden Landschaften verbaut und versiegelt, Wiesen und Moore trockengelegt sowie Bäche und Flüsse in Kanäle umgewandelt. Die Folge ist ein beschleunigter Abfluss der Niederschläge in tiefere Lagen, wo die Bach- und Flussbetten das rasch anfallende Wasser nicht mehr aufnehmen können. Dementsprechend kommt es zunehmend zu verheerenden Hochwässern - verursacht vom Menschen. Doch anstatt aus den Fehlern zu lernen und Rückbauten der versiegelten Landschaften in den Hochlagen zu veranlassen, damit dort das Wasser in natürlichen Böden gespeichert wird und langsamer abfließt, werden entlang der Donau Hochwasserschutzmaßnahmen mit Kosten von Euro 420 Millionen gesetzt. Betroffen hievon sind auch zahlreiche Ortschaften in der zum Welterbe erklärten Wachau, u.a. Melk, Emmersdorf, Aggsbach Markt, Aggsbach Dorf, Rossatz, Rührsdorf, Weißenkirchen, Dürnstein, Krems/Stein. Die Folge ist, dass die Ortschaften in der Wachau zunehmend vom Fluss abgetrennt werden, auch wenn es sich teilweise um mobile Betonelemente handelt.

Im Rahmen ihrer Initiative "Welterbe Wachau(R)" und anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Erklärung der Wachau zur UNESCO-Welterbestätte appelliert "Alliance For Nature" an die verantwortlichen Politiker und Beamten in ganz Österreich, der Natur ihre notwendigen Lebensräume wiederum zurückzugeben, dem Verbauen und Versiegeln der Landschaft endlich einen Riegel vorzuschieben und eine menschen-, natur- und umweltverträgliche Politik einzuschlagen. "Denn nur ein Miteinander mit der Natur hat Zukunft!", so "Alliance"-Generalsekretär Christian Schuhböck, der in den Hochwasserschutzbauten auch eine Beeinträchtigung des "Welterbes Wachau(R)" und dessen Landschaftsbildes sieht.

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