ARBÖ: Finanztransaktionssteuer könnte auch Öl- und Spritpreise zügeln

Wien (OTS) - Eine europaweite Finanztransaktionssteuer könnte auch die Preise für Rohöl und Treibstoffe zügeln, sofern sie auch Börsenkontrakte mit Rohöl, Diesel und Eurosuper umfasst, stellt der ARBÖ fest und begrüßt das Vorhaben von Bundeskanzler Werner Faymann, eine Transaktionssteuer europaweit einzuführen. So eine Finanztransaktionssteuer würde nicht nur von Autofahrerinnen und Autofahrern begrüßt, sondern fände eine breite Unterstützung in der Bevölkerung.

Wenn künftig auch Transaktionen auf Termin- und Spotmärkten für Rohöl und Treibstoffe europaweit unter die Steuerpflicht genommen werden, könnte dies helfen, überhitzte Spekulationen in Zukunft zu vermeiden. "Die durch Spekulanten ausgelösten verheerenden Schwankungen von Öl und Spritpreisen schaden allen, außer den internationalen Mineralölkonzernen. Die fatalen Auswirkungen solcher spekulationsgetriebener Öl- und Spritpreise hat die breite Öffentlichkeit besonders deutlich im Jahr 2008 zu spüren bekommen, als die Ölpreise durch Spekulanten bis zur Jahresmitte auf 147 Dollar je Fass hinaufgetrieben und anschließend bis gegen Jahresende wieder auf 34 Dollar je Fass hinuntergestoßen wurden. Die Spritpreise haben sich in der ersten Jahreshälfte 2008 im Stundentakt verteuert und sind dann erst verzögert gesunken. In diesem Jahr haben die Internationalen Mineralölkonzerne Rekordgewinne verzeichnet.

Zur Information: Die Rohölsorte Brent wird auf der Londoner Börse gehandelt. Der dort zustande kommende Preis wird zum Maßstab für die Ölpreise in ganz Europa genommen. Diesel und Benzin werden hingegen auf dem sogenannten Produktenmarkt in Rotterdam gehandelt. Die dort zustande kommenden Preise werden zwar nicht publiziert, werden jedoch von der Mineralölwirtschaft als Maßstab für die Spritpreise in ganz Europa hergenommen, obwohl es sich hier nur um eine winzige Börse handelt, auf der nicht einmal 2,5 Prozent des europaweiten Treibstoffverbrauchs gehandelt werden.

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