"KURIER"-Kommentar von Michael Bachner: "Zaghafter erster Schritt"

Die EU beschließt Regeln für Hedgefonds, weitere Schritte müssen folgen.

Wien (OTS) - Seit bald zwei Jahren wird über die Zähmung eines wildgewordenen Finanzkapitalismus diskutiert, der vor allem auf Pump und Wetten - zuletzt gegen die gesamte Eurozone - basiert. Angesichts der immensen Gefahren für ganze Volkswirtschaften und der nötigen Rettungspakete, die astronomische Summen verschlingen, verwundert es, wie mutlos die Politik noch immer der weltweit agierenden Finanzlobby gegenübersteht.
Die nun zumindest für Europa beschlossenen Regeln für hochspekulative Hedgefonds, die immerhin 1500 Milliarden Euro bewegen, sind ein Schritt in die richtige Richtung. Weitere Maßnahmen müssen folgen. Denn eine Registrierung der Fonds-Manager und eine Offenlegung der Geschäftsmodelle bringt zwar mehr Transparenz, greift aber nicht in die Praktiken selbst ein. Logisch wäre, dass auch Hedgefonds den Eigenkapitalvorschriften der Banken unterworfen werden. Dass Leerverkäufe an den Börsen oder die Spekulation auf Staatspleiten verboten werden. Die Liste ließe sich beliebig lange fortsetzen.
Zu hoffen bleibt, dass irgendwann auch Amerika und Asien mitziehen, was aber auf bisher drei G-20-Gipfeln nicht gelungen ist. Bleibt Europa jedoch allein auf weiter Flur, muss letztlich jeder Versuch, den globalen Kasinokapitalismus in die Schranken zu weisen, scheitern.

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