EU-Lateinamerika-Gipfel beschließt Intensivierung der Wirtschaftsbeziehungen

EU-LAC-Gipfel setzt Leitl-Idee eines ständigen Sekretariats zur Verbesserung der Handelsbeziehungen um - Wien wird Drehscheibe zwischen Lateinamerika und Osteuropa

Wien (OTS/PWK388) - Im Vorfeld des heute stattfindenden EU-Lateinamerika und Karibik-Gipfeltreffens auf Ebene der Staats- und Regierungschefs in Madrid, fand gestern der 3. EU-LAC-Business-Summit (EU-Lateinamerika/Karibik Wirtschaftsgipfel)-mit rund 600 Unternehmern aus beiden Kontinenten statt. Vor vier Jahren, beim ersten derartigen Gipfel in Wien, machte WKÖ-Präsidenten Christoph Leitl den Vorschlag zur Schaffung eines ständigen EU-LAC-Sekretariats als Plattform für den Informationsaustausch, für die Verbesserung der Rahmenbedingungen im Handelsverkehr sowie zur Schaffung eines Netzwerks auf Unternehmens- und politischer Ebene. "Diese Idee wurde gestern erneut aufgegriffen und beschlossen", berichtet Walter Koren, Leiter der Außenwirtschaft Österreich (AWO) der WKÖ aus Madrid.

Der Sitz des ständigen Sekretariats ist in Madrid, die Finanzierung läuft in erster Linie über die Interamerikanischen Entwicklungsbank. Das Sekretariat soll als Plattform für Unternehmenskontakte zwischen beiden Kontinenten dienen. Koren: "Auf Grund des großen österreichischen Engagements für die europäisch-lateinamerikanischen Wirtschaftsbeziehungen seit dem ersten EU-LAC-Gipfel wurde weiters beschlossen, dass Wien - konkret die Außenwirtschaft Österreich - eine Drehscheibenfunktion im Rahmen des ständigen Sekretariats zwischen Lateinamerika und Osteuropa übernehmen wird." Bereits im kommenden Jahr soll in Wien eine Veranstaltung mit lateinamerikanischen und zentral- und osteuropäischen Firmen stattfinden, in deren Mittelpunkt die Mittlerrolle österreichischer Unternehmen stehen wird.

"Der heutige politische Gipfel der Staats- und Regierungschefs scheint ebenfalls auf gutem Weg zu sein", so Koren. Nach den Freihandelsabkommen mit Mexiko und Chile gibt es jetzt auch eine Einigung zu Freihandelsabkommen mit den mittelamerikanischen Ländern Peru und Kolumbien. Mit dem Mercosur (Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay) sollen die vor sechs Jahren wegen des Agrarsektors abgebrochenen Verhandlungen zur Jahresmitte wieder aufgenommen werden. Koren: "Wenn diese wie geplant bis Jahresende abgeschlossen werden, blieben aus EU-Sicht nur noch Venezuela, Ecuador und Bolivien als 'weiße Flecken' in Bezug auf Freihandelsabkommen auf dem amerikanischen Subkontinent. Koren erwartet sich durch die Handelserleichterungen einen starken Impuls für die österreichischen Exporte nach Lateinamerika. Das derzeitige Ausfuhrvolumen nach Lateinamerika liegt bei 1,6 Milliarden Euro (2009). Koren: "Innerhalb der nächsten fünf Jahre wollen wir dieses verdoppeln und damit den Überseeanteil der österreichischen Exporte von 17 Prozent auf 20 Prozent anheben." Neben den Handelserleichterungen durch die verschiedenen Freihandelsabkommen, werden auch die im EU-Vergleich zu erwartenden überdurchschnittlichen BIP-Wachstumsraten der lateinamerikanischen Länder, "klassischer 'emerging markets', die heimischen Ausfuhren in diesen Wirtschaftsraum beflügeln", so Koren abschließend. (BS)

Rückfragen & Kontakt:

Außenhandelsstelle Madrid
Mag. Friedrich Steinecker
Tel.: +34 91 556 43 58
madrid@wko.at

AWO-Nord/Lateinamerika
Dr. Andreas Schmid
Telefon: +43 (0)5 90 900 4205
E-Mail: andreas.schmid@wko.at
http://wko.at/awo

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0003