Paierl: ÖAAB-Bildungspapier entstand offenbar unter dem Motto "Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass"

ÖAAB wagt mit Bildungskonzept einen zaghaften Schritt in die richtige Richtung, dem aber noch viele weitere folgen müssen

Wien (OTS) - "10 Punkte umfasst das gestern präsentierte und etwas zahnlose Bildungspapier des ÖAAB. 10 Punkte, die mit Sicherheit nicht ausreichen werden, um das österreichische Dauerabo für die hintersten OECD-Ränge und die schlechten PISA-Ergebnisse aufzukündigen", weiß mc-Präsident DI Herbert Paierl. Sicherlich habe der ÖAAB mit seinem Bildungskonzept einen Schritt in die richtige Richtung gewagt, diesem müssten aber noch viele weitere folgen. "Die vollmundigen ÖAAB-Forderungen können nicht darüber hinwegtäuschen, dass vor allem die zentralen Bereiche Schulautonomie oder Lehrerdienstrecht umschifft oder gar nicht erst angesprochen werden." Dieses Papier sei offenbar unter dem Motto "Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass" entstanden, übt der mc-Präsident Kritik am ÖAAB-Bildungspapier. ****

"Österreich braucht ein zeitgemäßes und deutlich schlankeres Verwaltungssystem, ein neues, leistungsorientiertes Lehrerdienstrecht und echte Schulautonomie. Das sind die drei Kernelemente des mc-Bildungsmodells, die das ÖAAB-Papier schlicht ausklammert", so Herbert Paierl. Ein einheitliches Lehrerdienst- und besoldungsrecht würde der Schulleitung die Entwicklung eines professionellen und engagierten Lehrkörpers ermöglichen. Finanziell könnten besondere Lehrerleistungen auch belohnt werden, was Anreize für gesteigertes Engagement der Lehrer schaffen würde.

Auch die tatsächliche Ausgestaltung der Schulautonomie sieht für den mc anders aus, als im ÖAAB-Papier beschrieben: Im mc-Modell werden Schul- und Regionalebene massiv gestärkt und die Landesebene eingespart. Die Bundesebene übernimmt verstärkt strategische Aufgaben. Erstmals ist die Schule Dreh- und Angelpunkt des Bildungssystems und steuert auch die Personalentwicklung selbst. Ein offener Arbeitsmarkt für Lehrer ermöglicht, dass diese sich an der Schule ihrer Wahl selbst bewerben können. Neben verkürzten Entscheidungswegen und schulischer Selbstevaluation verfügen die Schulen über Globalbudgets, aus welchen Personal- und Verwaltungsaufwand sowie die Schulerhaltung finanziert werden.

Zur Qualitätsverbesserung sieht das mc-Modell Bildungsstandards mit klaren Mindestlevels vor. Zentrale Prüfungen an wichtigen Übergangsstellen und die Informationsweitergabe der Ergebnisse an die Schulen sind Pflicht. Die jährliche Veröffentlichung eines nationalen Bildungsberichtes würde erstmalig umfassende Leistungs- und Kostentransparenz ermöglichen.

Durch Vereinfachungen im Bereich der Verwaltung und der damit einhergehenden Effizienzsteigerung eröffnet das mc-Modell enormes Einsparungspotenzial. "Radikaler Systemumbau, massive Stärkung von Schul- und Regionalebene, Abschaffung der Landesebene und der Rückzug des Bundes auf strategische Aufgaben bringen rund eine Milliarde Euro an Einsparungspotenzial", rechnet Herbert Paierl.

"Das ÖAAB-Papier mag ein gut gemeintes Bildungskonzept sein, ein Zukunftskonzept ist es aber definitiv nicht", meint der mc-Präsident. Solange die heißen Eisen Schulautonomie und Lehrerdienstrecht nicht angegriffen werden und eine echte Schulverwaltungsreform ausgeklammert wird, kann es zu keiner dringend nötigen Wende in der österreichischen Bildungspolitik kommen. "Und das schadet der Zukunft unserer Kinder und des Wirtschaftsstandortes Österreich", so Herbert Paierl abschließend.

Das mc-Schulverwaltungsmodell finden Sie unter:
www.managementclub.at/document/mc-Modell_Schulverwaltung_NEU.pdf.

Rückfragen & Kontakt:

management club, Alexandra Hofer,
Tel.: +43-1 512 79 35, presse@managementclub.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | MGC0001