AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer: Arbeitnehmer haben schon mehrfach für die Krise gezahlt

3. Vollversammlung der XIV. Funktionsperiode

Linz (OTS) - Die Wirtschaftskrise hat hohe Kosten verursacht, in
den staatlichen Budgets klaffen riesige Löcher: "Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben schon mehrfach die Zeche für die Krise gezahlt. Diesmal müssen die Kosten gerecht verteilt werden", stellt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer in seinem Bericht an die Vollversammlung der Arbeiterkammer Oberösterreich klar.

Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben schon mehrfach für die Krise gezahlt, die nicht sie, sondern Spekulanten an den Börsen verursacht haben: Durch Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit, Änderungskündigungen, Aussetzverträge oder Verluste bei den Betriebspensionen.

Täglich spürbar werden die Auswirkungen der Krise in der Beratung. "Unter den Beschäftigten herrscht große Verunsicherung. Aus Angst, den Job zu verlieren, nehmen sie Verschlechterungen in Kauf", berichtet Kalliauer. Denn wer arbeitslos wird, verliert im Durchschnitt 670 Euro pro Monat. "Das bringt die Leute in existenzielle Schwierigkeiten", so Kalliauer.

Gleichzeitig steigt unter den Beschäftigten die Unzufriedenheit mit dem Einkommen und den Arbeitsbedingungen. Das zeigt der Arbeitsklimaindex der AK Oberösterreich. Besonders eklatant ist die Situation bei Teilzeitbeschäftigten. Sie wollen zwar mehr arbeiten, können das aber mangels Jobangeboten nicht tun. "Viele kommen mit dem Einkommen nicht mehr aus", beklagt der AK-Präsident.

Auf der anderen Seite besitzen zehn Prozent der Österreicher/-innen zwei Drittel des Vermögens. "Darum ist jetzt notwendig, die Kosten der Krise gerecht zu verteilen. Vermögende und auch die Landwirtschaft müssen ihren Anteil zur Finanzierung des Gemeinwesens leisten", fordert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Für die besonders von der Krise betroffenen Jugendlichen erneuert der AK-Präsident seine Forderung nach der Gründung einer Jugendausbildungsgesellschaft. "Bildungspolitik ist die Sozialpolitik des 21. Jahrhunderts. Wir können es uns nicht leisten, dass jedes Jahr zehn bis 15 Prozent der Jugendlichen ohne Ausbildung ins Arbeitsleben einsteigen. Hier darf nicht noch länger gezögert werden", sagt AK-Präsident Kalliauer.

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