Eine Kulturwoche des Miteinanders

LH Dörfler eröffnete 18. Kulturwoche der Kärntner Slowenen - Festvortrag von Botschafter Erwin Kubesch

Klagenfurt (OTS/LPD) - Die 18. Kulturwoche der Kärntner Slowenen wurde gestern, Montag, am Abend in der Carinthischen Musikakademie (CMA) Ossiach von Landeshauptmann Gerhard Dörfler eröffnet. Die Veranstaltungsreihe soll das reichhaltige kulturelle Schaffen der Volksgruppe präsentieren sowie eine Plattform für Dialog, Begegnung, Kooperation und Freundschaft sein. Seit 1993 wird sie vom Volksgruppenbüro des Landes gemeinsam mit dem Christlichen und dem Slowenischen Kulturverband durchgeführt. Über die Kindergärten sind auch schon die Kleinsten aktiv miteingebunden.

Der Landeshauptmann strich in seiner Eröffnungsrede vor allem das Wir und das Miteinander in Kärnten hervor: "Wir leben, lachen, gestalten, wirtschaften miteinander, schaffen gemeinsam Kultur und sportliche Erfolge." Die beiden Sprachen in Kärnten würden sich gegenseitig befruchten. Es gelte, diese Vielseitigkeit zu fördern. In dieser Gemeinsamkeit könne man auch die Herausforderungen der Zukunft, wie etwa die aktuelle Wirtschaftskrise, besser bewältigen. In diesem Sinne verwies Dörfler auf die Feier zum 90-Jahr-Jubiläum der Kärntner Volksabstimmung, die er bewusst unter das Motto "Gestern - Heute - Morgen" habe stellen lassen.

"Vieles vereint uns, nichts trennt uns mehr", meinte er über das gute Verhältnis zwischen Volksgruppe und Mehrheitsbevölkerung. Sehr gut seien auch Kärntens Beziehungen zum Nachbarn Slowenien. Dörfler berichtete von einem "senza confini"-Arbeitstag, an dem er kürzlich mit hohen Vertretern in Udine und Laibach gemeinsam Zukunft gestallten konnte. Eines dieser grenzüberschreitenden Projekte sei die Dreiländer-Schi-WM. Ein weiteres Symbol der Begegnung und zudem wichtig für die wirtschaftliche Entwicklung Südkärntens sei die "Jörg-Haider-Brücke" bei Lippitzbach. Besonderen Dank richtete Dörfler an den österreichischen Botschafter in Laibach, Erwin Kubesch, der ein Brückenbauer zum Nachbarn sei. Die Kulturwoche der Kärntner Slowenen eröffnete der Landeshauptmann "mit Riesenfreude". Er schlug vor, das "Wir" in den Titel der Kulturwoche einzubinden.

Botschafter Erwin Kubesch hielt den Festvortrag, in dem er auch Kärntens Verhältnis zum Nachbarn Slowenien beleuchtete. Kubesch sagte, dass ihm Kärnten seit seiner Volksschulzeit ans Herz gewachsen sei. Der gebürtige Wiener habe hier als Kind und Jugendlicher wunderbare Feriensommer erlebt. Jetzt entdecke er mit seiner Familie vor allem die Schönheiten des südlichen Kärntens. Kultur definierte der Botschafter als Lebensmittel, das die Menschen verbinde, als Botschaft an andere sowie als Möglichkeit, in Dialog zu treten. Hier, am Schnittpunkt dreier Kulturen, würden geistige Fruchtbarkeit und Kreativität aus der Vielfalt der Region geschöpft.

Kubesch sagte, dass die 18. Kulturwoche der Kärntner Slowenen zeitlich in die beiden Jubiläen "55 Jahre Staatsvertrag" und "90 Jahre Kärntner Volksabstimmung" eingebettet sei. Er sei sich sicher, dass die Feier zum Jubiläum der Volksabstimmung auch das Bekenntnis der Kärntner Slowenen zu Kärnten reflektieren werde. Der Botschafter strich auch das sehr gute Verhältnis zwischen Österreich, Kärnten und Slowenien hervor. Die Ortstafelfrage sei eines der wenigen ungelösten bilateralen Probleme. Als Beispiele des Miteinanders und Dialoges in Kärnten nannte er u. a. die steigenden Anmeldungen zum zweisprachigen Unterricht, die grenzüberschreitenden Interreg-Projekte, den zweisprachigen Landesjugendchor, den Bleiburger Kulturlauf oder das Bildungshaus Sodalitas in Tainach. Er hoffe auch, dass die Dreiländer-Schi-WM zustande kommen werde. "Das alles gibt uns Hoffnung, dass das gemeinsame Kärnten keine leere Worthülse ist, sondern wirklich gelebt wird."

Als Vertreter der Volksgruppe sprach Pavel Apovnik. Er war der erste Leiter des vor zwanzig Jahren gegründeten Volksgruppenbüros. Die Kulturwoche der Kärntner Slowenen sei Ausdruck dafür, dass sich das Land Kärnten zur kulturellen Vielfalt im Lande bekenne. Apovnik erinnerte an die erste Kulturwoche, die 1993 vom damaligen Bundespräsidenten Thomas Klestil in Spittal eröffnet wurde. Wesentlich am Zustandekommen der Veranstaltungsreihe sei auch der damalige Landesamtsdirektor-Stellvertreter Karl Anderwald beteiligt gewesen.

Ossiachs Bürgermeister Johann Huber sprach Begrüßungsworte, in denen er ebenfalls Gemeinsamkeit und Miteinander in Kärnten betonte. Moderiert wurde die Eröffnung von Aleksander Tolmaier, für die musikalische Gestaltung sorgten die Kärntner Musikschule, das "Trio tres Art" des Kärntner Landeskonservatoriums und der Ossiacher Volksschulchor.

Einen viel beklatschten Auftritt hatten auch die Kleinen von den Kindergärten Gurk-Pisweg und Sonce aus Klagenfurt. Die Leiterinnen Christina Juritsch und Terezija Gallob berichteten von der Partnerschaft zwischen dem ein- und dem mehrsprachigen Kindergarten, die im Rahmen der Kulturwoche des Vorjahres geschlossen wurde. Es habe viele gegenseitige Besuche und gemeinsame Ausflüge gegeben. Heuer starten die Kindergärten Ossiach und Ringa Raja aus Ledenitzen mit einem gemeinsamen Projekt.

Bei der Eröffnung der Kulturwoche waren u. a. LR Josef Martinz, der dritte Landtagspräsident Johann Gallo, die Landtagsabgeordneten Reinhart Rohr und Barbara Lesjak, Generalvikar Engelbert Guggenberger, Superintendent Manfred Sauer, der slowenische Generalkonsul Matjaz Longar, LAD-Stv. Dieter Platzer, die Konsuln Gert Seeber und Sepp Prugger, Landesschulratsvizepräsident Rudolf Altersberger, die Bezirkshauptmänner Harald Kastner, Gert-André Klösch und Johannes Leitner, Kammeramtsdirektor Hans Mikl, Polizeidirektor Ernst Friessnegger, Sicherheitsdirektor Helmut Mayer, die Slowenenvertreter Bernard Sadovnik, Marjan Sturm, Vladimir Smrtnik, Sonja Kert-Wakounig und Janko Zerzer, Josef Feldner vom Kärntner Heimatdienst sowie die Vertreter der altösterreichischen Landsmannschaften Viktor Michitsch, Heinz Stritzl, Bernhard Gübitz, Erik Krisch und Josef Szarvas anwesend.

Am weiteren Programm der Kulturwoche stehen heute, Dienstag, um 18.30 Uhr, eine Vernissage mit Werken von Edwin Wiegele und um 19.30 Uhr ein Literatur- und Jazzabend mit den Autoren Fabjan Hafner und Jani Oswald sowie den Musikern Tonc Feinig und Mario Vavti. Am Mittwoch, um 17.30 Uhr, hält Heinz-Dieter Pohl bei einer Schifffahrt am Ossiacher See einen Vortrag über Ortsnamen und um 20.00 Uhr gibt es ein Konzert der Slowenischen Musikschule in Kärnten. Beim Abschlussabend am Donnerstag um 19.30 Uhr wirken der Gemischte Chor SPD "Danica", das Quintett "Foltej Hartmann", Die Kärntner 3plus, der MGV Ossiach und die Familienmusik Goritschnig mit.

(S E R V I C E: Infos unter www.volksgruppenbuero.at)
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