Spindelegger: "Bildungsrepublik Österreich ist Schlüssel zur Zukunft"

ÖAAB präsentiert neues Bildungskonzept

Wien, 17. Mai 2010 (OTS) "Wir starten heute eine Wende in der Bildungspolitik der ÖVP. Wir haben über ein Jahr einen intensiven Dialog gemeinsam mit Lehrern, Eltern, Schülern, Experten und Funktionären des ÖAAB geführt und können heute ein umfassendes Bildungskonzept präsentieren", betonte ÖAAB-Bundesobmann Dr. Michael Spindelegger bei der Präsentation des ÖAAB-Bildungskonzeptes "Bildungsrepublik Österreich" im Beisein des gesamten ÖAAB-Bundesvorstandes, darunter auch die beiden Staatssekretäre Reinhold Lopatka und Christine Marek. ****

"In den vergangenen Jahren wurde viel über Reformen geredet, häufig aber lediglich durch die ideologische Brille. Wir laden alle Beteiligten ein, mit uns einen Schritt weiter zu gehen und eine große Bildungsreform für Österreich zu starten", so Spindelegger. "Geben wir heute den Startschuss für die Bildungsrepublik Österreich."

Zunächst ging der ÖAAB-Bundesobmann dabei auf die sprachlichen Defizite in den Ballungszentren ein. „20 Prozent der Schülerinnen und Schüler haben heute Österreichweit einen Migrationshintergrund, in Wien sogar mehr als 50 Prozent. Wenn es uns nicht gelingt, diese ‚Neuen Österreicher’ in unser Bildungswesen zu integrieren, schaffen wir uns massive Probleme für die Zukunft", so Spindelegger. Vor allem in Städten sei die Sprachproblematik am größten, dort gelte es mittels umfassender Konzeption Defizite zu erkennen und für eine intensive Sprachförderung bereits im Kindergarten im Rahmen des verpflichtenden Kindergartenjahres zu sorgen.

Die Sprache müsse auch in der Schule weiter gefördert werden. "Deshalb setzt sich der ÖAAB für eine sprachliche Frühförderung für Kinder ein. Bis das Kind in der Lage ist, in der Regelschule dem Unterricht zu folgen." Dies solle im Rahmen neu zu schaffender "Integrativer Sprachschulen" gefördert werden, so Spindelegger weiter.

„Keine Bildungsentscheidung soll mehr vor dem 14. Lebensjahr getroffen werden müssen", betonte Spindelegger. "Man kann im zehnten Lebensjahr noch nicht vorhersehen, in welche Richtung sich ein junger Mensch entwickelt. Daher muss den jungen Menschen jeder Weg offen bleiben", so der ÖAAB-Obmann. Das Bildungskonzept des ÖAAB sehe daher vor, die Hauptschulen zu "Aufstiegsschulen" aufzuwerten. „Aus unserer Sicht erreichen wir das über die Schaffung einer ‚Aufstiegsschule’ mit jährlichen ‚Audits’ also Prüfungen, ob ein Schüler von einer Aufstiegsschule ins Gymnasium aufsteigen kann oder nicht“, so Spindelegger weiter. "Wir brauchen in der 'Aufstiegsschule' eine viel stärkere Förderung der Talente. Und wir brauchen dort auch einen differenzierten, individuell gestalteten Unterricht. Das zeigen uns auch die Erfahrungen mit den Schulsystemen in Nordeuropa." Erste Ansätze gebe es dazu bereits mit der „Neuen Mittelschule“. „Unser Vorschlag geht jedoch viel weiter“, betonte Spindelegger.

Außerdem müsse die Rolle der Lehrer neu definiert werden. Lehrer sollen sich "auf das Unterrichten konzentrieren können“. So solle man beispielsweise verstärkt nicht pädagogisches Personal zur Unterstützung der Lehrer einsetzen. „Sozialarbeiter sollen sich beispielsweise an den Schulen um andere wichtige Tätigkeiten kümmern, wie etwa um Probleme im Klassenverband. Nicht-Pädagogen könnte man beispielsweise einsetzen, um Lehrer von Verwaltungstätigkeiten zu befreien“, so Spindelegger weiter.

Ein "Talente-Check" jeweils im 12. und im 14. Lebensjahr soll weiters den Fokus auf die Talente und Möglichkeiten des Kindes legen, um künftige Schul- und Berufsentscheidungen zu vereinfachen. "Wir sehen, dass wir in unserer Bildungslandschaft die Talente der Kinder nicht genügend erkennen und den Eltern nicht genügend Grundlagen geben, die Entscheidung im 14. Lebensjahr zu vereinfachen", so der ÖAAB-Obmann. "Daher brauchen wir diese ‚Talentechecks’ um die Neigungen und Begabungen der Kinder objektiv festzustellen", so Spindelegger weiter.

"Wir wollen auch einen massiven Ausbau der Nachmittagsbetreuung auf freiwilliger Basis. Dort wo die Nachfrage besteht, muss es auch ein Angebot geben. Wir müssen Eltern das sichere Gefühl geben, dass ihre Kinder ausreichend und umfassend betreut werden", betonte Spindelegger und verwies auf die Möglichkeit, gemeinsam mit Sportverbänden und Vereinen in Kombination mit Schulen, für ein erhöhtes pädagogisch betreutes Angebot zu sorgen.

Zur Ausbildung der Lehrer sieht das ÖAAB-Bildungskonzept verbindliche Aufnahmekriterien für alle Lehramtsstudien vor, sowie eine Modulausbildung. "Wir wollen, dass zukünftig nur die Besten unterrichten und dadurch dem Lehrberuf einen anderen Stellenwert geben", so Spindelegger, der weiters forderte: "Wir brauchen auch Mut zur Elite." Die Förderung von Hochbegabten soll mittels eigenen Schulklassen im Rahmen bestehender Schulverbände organisiert werden.

Mit diesem Konzept will der ÖAAB in den bildungspolitischen Dialog eintreten. ÖAAB-Bundesobmann Spindelegger erwartet sich auch vom Koalitionspartner, "Schritte der Bewegung. Wir brauchen eine Bildungsrepublik Österreich, denn Bildung ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Zukunft."

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