Adensamer: Neue Dokumentation über Österreicherinnen als Opfer des Stalinismus

Land NÖ fördert europäisches Filmprojekt mit 25.000 Euro

St. Pölten (OTS/NÖI) - "Derzeit entsteht eine neue Dokumentation über ein bis dahin wenig beleuchtetes Kapitel der Österreichischen Nachkriegsgeschichte - über Österreicherinnen als Opfer des totalitären Sowjetsystems. Das Land Niederösterreich unterstützt das europäische Filmprojekt, das den Titel 'Österreicherinnen im Stalinismus' trägt, mit 25.000 Euro", berichtet VP-Kultursprecherin LAbg. Erika Adensamer.

"Die Dokumentation entsteht im Rahmen des von der EU geförderten Projektes und beleuchtet das Schicksal von Österreicherinnen im Nachkriegsösterreich, die als Opfer des totalitären Sowjetsystems in stalinistische Gulags in die UDSSR verschleppt wurden. Wesentliche Teile dieser Dokumentation stehen inhaltlich mit Niederösterreich in Verbindung: Die im Film vorkommenden Zeitzeuginnen leben in Niederösterreich bzw. wurden in Niederösterreich geboren, und der Großteil der Dreharbeiten in Österreich findet in St. Pölten, Mödling, Wiener Neustadt, Neunkirchen bzw. Baden statt. Besonders Baden spielte in dieser Zeit eine besondere Rolle. Denn dort befand sich eine sowjetische Kommandozentrale befand, von wo nicht wenige Niederösterreicherinnen, die sich vielleicht durch unvorsichtige Liebes- oder Arbeitsbeziehungen angreifbar gemacht haben, unter dem meist absurden Vorwurf der Spionage in sowjetische Gulags gebracht wurden. Dort versuchten sie unter entwürdigenden Umständen zu überleben und ihre Würde zu bewahren. Nicht allen gelang der Weg zurück nach Österreich", so Adensamer.

Und sie informiert weiter: "Bis in die späten 50er Jahre musste eine nicht unwesentliche Anzahl an Frauen in den sowjetischen Arbeitslagern und dem Gulag ausharren. In der Dokumentation wird unter anderem die Geschichte der Margarethe Ottilinger erzählt, die wegen angeblicher Spionage zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt wurde. Ihr gelang es wieder nach Österreich zurückzukehren und machte danach eine außergewöhnliche Frauenkarriere im Vorstand der OMV."

"Der Film stellt auch die Fragen, wie es den Frauen ging, die zurückgekommen sind, warum ist so wenig über ihr Schicksal bekannt? Warum haben die Frauen nicht über ihr Schicksal gesprochen? Warum wurden Frauen, die aus russischer Zwangsarbeit zurückgekehrt sind, stigmatisiert?", erklärt die VP-Kultursprecherin.

"Der Dokumentarfilm, an dem bis Oktober gearbeitet wird, soll anschließend in Kinos, bei Veranstaltungen in Österreich und in den Nachbarländern wie Tschechien oder der Slowakei, in Schulen und aber auch im ORF bzw. 3sat zu sehen sein. Was mich als Kultursprecherin besonders freut, die Regie liegt in den Händen der gebürtigen Niederösterreicherin Anita Lackenberger", so Adensamer.

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