Erster Teil der Portugalreise Benedikts beendet

Weltweit großes Positiv-Echo auf Missbrauchs-Statement zu Beginn der Reise - Erstmalige umfassende deutliche Verurteilung der Missbrauchsfälle in allen Ländern durch Benedikt XVI.

Lissabon, 12.05.10 (KAP) Papst Benedikt XVI. hat den ersten Teil seines viertägigen Portugalbesuchs beendet. Am Mittwochmittag traf er in der Nuntiatur von Lissabon mit Ministerpräsident Jose Socrates zusammen. Am Nachmittag flog er mit dem Hubschrauber nach Fatima, dem rund 120 Kilometer nördlich der Hauptstadt gelegenen Hauptziel seiner 15. Auslandsreise.

Über das Treffen mit Socrates wurde offiziell nichts mitgeteilt. Das Gespräch könne sich jedoch Mutmaßungen zufolge um den jüngsten Gesetzentwurf zur Homoehe gedreht haben, meldete das portugiesische Fernsehen. Lissabon hatte vor kurzem erst einen Schritt hin zur Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaft unternommen; es fehlt jetzt nur noch die Unterschrift des Präsidenten, die aber allgemein erwartet wird. Deshalb galt allgemein als undenkbar, dass sich Benedikt XVI. nicht auch dazu äußern werde.

Der Papst hatte zu Beginn seiner Portugal-Reise die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche zum ersten Mal auf alle Länder bezogen verbal deutlich verurteilt. Das Statement im Rahmen der traditionellen "fliegenden Pressekonferenz" hatte medial weltweit überaus großes Echo gefunden. Die Fakten seien wirklich erschreckend, sagte Benedikt XVI. auf dem Flug nach Lissabon. Entstanden seien die Missbrauchsfälle innerhalb der Kirche, nicht außerhalb. Nötig seien jetzt eine tiefgreifende Säuberung und Buße, aber auch Gerechtigkeit und Verzeihen. In Portugal selbst wurden bislang keine Fälle von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche bekannt, auch fehlt bislang jede öffentliche Debatte über dieses Thema.

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