Musiol: Untätigkeit der Regierung bei sexueller Gewalt in Kirche geht weiter

Steinhauser: Marek muss Aufarbeitung von Gewalt in Heimen vorantreiben

Wien (OTS) - "Die Untätigkeit und Planlosigkeit der
Bundesregierung in Fällen sexueller Gewalt in kirchlichen Heimen setzt sich fort", kritisiert Daniela Musiol, Familiensprecherin der Grünen, die Antworten von Staatssekretärin Marek im heutigen Familienausschuss. "Beim sexuellen Missbrauch in staatlichen Heimen könnte dagegen etwas weitergehen", ergänzt Albert Steinhauser, Justizsprecher der Grünen.

Im Rahmen einer aktuellen Aussprache im Familienausschuss heute Vormittag wurde Staatssekretärin Marek von Musiol befragt, warum beim Runden Tisch weder Betroffene eingeladen worden waren, noch das Thema Gewalt in kirchlichen Institutionen ausreichend zur Sprache gebracht worden sei. "Die Antworten von Marek zeigten ihre Planlosigkeit und ließen geringes Interesse an der der lückenlosen Aufarbeitung dieser Vorfälle durchscheinen", kritisiert Musiol. Die Anwesenheit von KirchenvertreterInnen sei ein ausreichender Beleg dafür, dass auch über die Vorfälle in der Kirche gesprochen werden konnte, antwortete Marek sinngemäß. "Das ist ein Hohn gegenüber den Betroffenen, die vom Runden Tisch ferngehalten wurden", so Musiol.

Albert Steinhauser hat Marek auch mit seinen Forderungen zur Aufarbeitung von Gewalt in staatlichen Heimen und Einrichtungen konfrontiert. Die Grünen haben ja eine bundesweite Anlaufstelle, eine Untersuchungskommission und finanzielle Entschädigung unabhängig von Verjährung durch Bund und Länder gefordert. "Die Betroffenen von Gewalt in staatlichen Einrichtungen haben keinen Ansprechpartner. Es ist Aufgabe der Familienstaatssekretärin, die Länder an einen Tisch zu bringen und diese Angebote zu schaffen", forderte Justizsprecher Steinhauser Marek zum Handeln auf.

Staatssekretärin Marek verwies auf die Arbeitsgruppe "sexueller Missbrauch in geschlossenen Institutionen", die sich dieser Fragen annehmen solle. "Ich interpretiere das als Chance, dass tatsächlich etwas weitergeht, da Marek betont hat, dass sie sich ihrer Verantwortung bewusst ist. Damit ist klar, dass diese Arbeitsgruppe möglichst schnell Strukturen zur Aufarbeitung von Gewalt in Heimen vorlegen muss. Die Staatssekretärin ist seit heute den ehemaligen Heimkindern im Wort", schließt Steinhauser.

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