ÖGJ: Was hat die FPÖ gegen Mitbestimmung der Jugendlichen?

Wirtschaftsausschuss beschließt "Jugendvertrauensräte" in Ausbildungseinrichtungen

Wien (OTS/ÖGB) - Eine Novelle des Berufsausbildungsgesetzes (BAG), die gestern vom Wirtschaftsausschuss des Nationalrats beschlossen wurde, bringt den Lehrlingen in überbetrieblichen Ausbildungseinrichtungen endlich das Recht auf Mitbestimmung. "Damit wurde eine wichtige Forderung der Gewerkschaftsjugend umgesetzt", sagt ÖGJ-Vorsitzender Jürgen Michlmayr. Alle Parteien außer der FPÖ hätten zugestimmt. "Auch und gerade in Zeiten, wo die Lehrstellen immer knapper werden, darf man Arbeitsbedingungen und Rechte nicht beschneiden", so Michlmayr.++++

"Endlich bekommen auch Lehrlinge in überbetrieblichen Ausbildungseinrichtungen das Recht, ihre Vertrauensleute zu wählen, wie das in Betrieben mit den Jugendvertrauensräten selbstverständlich ist. Damit erfüllt die Regierung eine zentrale Forderung der Gewerkschaftsjugend, die im April am ÖGB-Jugendkongress beschlossen worden ist", sagt Michlmayr: "Die Einbindung der Jugendlichen ist auch ein wichtiger Beitrag, um die Qualität der Ausbildung zu sichern. "Die ÖGJ wird nicht hinnehmen, dass die Wirtschaftskrise und der Lehrstellenmangel dazu missbraucht werden, die Arbeitsbedingungen der Lehrlinge zu verschlechtern.

JVR-Wahlrecht für alle Lehrlinge!

Auch nach den heutigen Beschlüssen, die ein wichtiger Schritt sind, haben noch nicht alle Lehrlinge das Recht auf demokratische Vertretung im Betrieb. "Damit der JVR in Zukunft auch wirklich alle Lehrlinge vertreten kann, ist eine Wahlrechtsänderung überfällig", sagt Michlmayr. Immer mehr Jugendliche treten nicht mit Beendigung des Pflichtschulalters in die Lehre ein, sondern erst, nachdem sie einige Jahre eine weiterbildende Schule oder einen anderen Ausbildungszweig besucht haben.

Viele dieser Lehrlinge können weder aktiv noch passiv an einer Jugendvertrauensratswahl teilnehmen, obwohl sie in der betrieblichen Praxis vom Jugendvertrauensrat informiert und betreut werden. "Die ÖGJ fordert daher die Anhebung des Wahlalters zum aktiven Wahlrecht von derzeit 18 Jahren auf 21 Jahre für alle ArbeitnehmerInnen, und das Wahlrecht für alle, die darüber hinaus in einem Lehrverhältnis stehen", so Michlmayr. Auch die Rechte der JugendvertrauensrätInnen, zum Beispiel auf Bildungsfreistellung, müssen gestärkt werden.

SERVICE: Alle rechtlichen und organisatorischen Infos über den Jugendvertrauensrat (JVR) finden Sie unter www.oegj.at/jugendvertrauensrat

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