Mölzer: Europapolitik wird Nagelprobe für neuen Briten-Premier Cameron

Wird EU-Skepsis als Preis für Koalition mit Liberaldemokraten geopfert? - Europa braucht EU-kritisches Großbritannien als Korrektiv zum Brüsseler Zentralismus

Wien (OTS) - Die Europapolitik werde sich für den neuen britischen Premier David Cameron als Nagelprobe erweisen, erklärte heute der freiheitliche Delegationsleiter im Europäischen Parlament, Andreas Mölzer. "Bislang haben sich die britischen Konservativen durch eine betont EU-skeptische Politik ausgewiesen, was sich aber nun ändern könnte. Weil die Tories wegen des Ausgangs der Unterhauswahl eine Koalition mit den Liberaldemokraten bilden, ist zu befürchten, dass Cameron und seine Konservativen auf die EU-freundliche Linie von Nick Clegg, dem Chef der Liberaldemokraten, einschwenken könnten", so Mölzer weiter.

In diesem Zusammenhang wies der freiheitliche EU-Mandatar auf die Notwendigkeit eines starken EU-skeptischen Korrektivs in der Europäischen Union hin. "Außer Großbritannien sind die übrigen Mitgliedstaaten der EU gegenüber dem Brüsseler Zentralismus und dem selbstherrlichen Eurokratentum gleichgültig bis wohlwollend eingestellt. Und wenn einmal ein Volk aus der Linie schert wie die Iren, die den Vertrag von Lissabon bei einer Volksabstimmung abgelehnt haben, dann fährt die EU-Walze drüber", betonte Mölzer.

Im Gegensatz dazu könne die EU-Polit-Nomenklatura, so der freiheitliche Europa-Abgeordnete, Widerstände aus London nicht so einfach beiseite wischen. "Schließlich zählt Großbritannien zu den Großen in der EU und kann deshalb bei grundlegenden Entscheidungen nicht übergangen werden", schloss Mölzer.

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