Beschäftigte fühlen sich überwacht: AK fordert besseren Datenschutz in den Betrieben

Linz (OTS) - In der AK Oberösterreich häufen sich die Anfragen zum Thema Überwachung am Arbeitsplatz. 60 Prozent der Beschäftigten fühlen sich zunehmend kontrolliert. Die Methoden reichen von Überwachung der E-Mail- und Internetnutzung über das Befragen von Kollegen/-innen bis hin zu Videokameras am Arbeitsplatz. Die AK fordert ein strengeres Datenschutzgesetz.

Laut einer IFES-Studie im Auftrag der Arbeiterkammer Oberösterreich gehen 26 Prozent der befragten Mitglieder davon aus, dass sie sicher bis wahrscheinlich im Betrieb überwacht werden. Die Hälfte davon geht davon aus, dass ihre E-Mails und die Internetnutzung kontrolliert werden. Über 60 Prozent der Befragten gaben an, dass die Überwachung am Arbeitsplatz in letzter Zeit zugenommen hat.

Die Methoden der Kontrolle werden immer komplexer. Die Betriebsrätinnen und Betriebsräte sehen sich mit einer Vielzahl, zum Teil nicht mehr überblickbaren Anzahl von Informations- und Kommunikationssystemen in den Unternehmen konfrontiert. Internet, E-Mail-, Telefonsysteme und Handys inklusive Smartphones werden immer öfter auch zur Überwachung und Kontrolle der Beschäftigten genutzt. Zutritts-, Video- und Produktionsüberwachung werden derzeit in mehr als der Hälfte der oberösterreichischen Unternehmen eingesetzt. Betriebsrätinnen und Betriebsräte werden darüber häufig gar nicht informiert. "Damit verletzen die Arbeitgeber eindeutig ihre Informationspflichten", kritisiert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Dazu kommt, dass der Umgang mit Informationen über einzelne Beschäftigte oft mehr als locker gehandhabt wird: Firmen übermitteln personenbezogene Daten ohne das Wissen der Betroffenen an Konzernzentralen, sammeln Gesundheitsdaten und verteilen sie per E-Mail, erstellen anhand von Leistungs- oder Arbeitszeitdaten Persönlichkeitsprofile und verteilen diese.

"Es ist höchste Zeit für spezielle Datenschutzregelungen auch in der Arbeitswelt", so Kalliauer. Er fordert unter anderem direkte Zugriffsbefugnisse des Betriebsrats auf elektronische Systeme, die Einführung eines Datenschutzbeauftragten im Betrieb und mehr Schutz vor Überwachungssystemen, wie etwa strengere Auflagen für Videoüberwachung am Arbeitsplatz.

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