ÖAMTC-Touristik: Italiens verkehrsberuhigte Zonen erhitzen die Gemüter

Strafzettel als Souvenir - Touristenfalle "zona traffico limitato"

Wien (OTS) - "Wer an den bevorstehenden Ausflugswochenenden eine Italien-Reise plant, sollte über die 'zona traffico limitato' Bescheid wissen", sagt ÖAMTC-Touristikerin Silvie Bergant. "Sonst kann es teuer werden." Die sogenannte "zona traffico limitato" (ZTL) ist eine verkehrsberuhigte Zone, in die das Einfahren nur mit Sondergenehmigung erlaubt ist. Mittlerweile gibt es die Zonen in zahlreichen italienischen Städten, zum Beispiel Bologna, Bozen, Florenz, Genua, Mailand, Pisa, Rom, Triest, Turin und Verona. Der Ärger vieler Urlauber über verhängte Strafen ist meist auf Unkenntnis zurückzuführen: "Viele Reisende wissen gar nicht, dass es die ZTL gibt. Nur schützt Unwissenheit leider nicht vor Strafe - beim unbefugten Einfahren werden mindestens 74 Euro fällig", erläutert die ÖAMTC-Expertin. Aufgrund der Vielzahl der auftretenden Probleme wurde die ZTL vom ÖAMTC bereits im Jahr 2009 zur Top-Urlauberschikane gekürt.

Das müssen Italien-Urlauber beachten: Innerhalb der ZTL besteht entweder ein generelles oder ein auf bestimmte Tageszeiten beschränktes Fahrverbot. Erkennbar ist die Zone durch Verkehrsschilder mit einem Fahrverbotszeichen und der Aufschrift "zona traffico limitato". Die genauen Zeiten des Fahrverbots sind entweder unter dem Fahrverbotszeichen angebracht oder finden sich auf einer Zusatztafel. Eventuelle Ausnahmen (italienisch: "eccetto") werden durch Zusatzzeichen angezeigt. In vielen Städten sind bei der Einfahrt in die ZTL Überwachungskameras angebracht. Die Kennzeichen aller Fahrzeuge werden auf diese Weise erfasst und es wird überprüft, ob eine Einfahrtsgenehmigung vorliegt. In kleineren Gemeinden wird die Zufahrt durch die Polizei kontrolliert. Liegt das gebuchte Hotel innerhalb einer ZTL und man will direkt zufahren, gibt es die Möglichkeit einer temporären Einfahrtsgenehmigung. "Dazu informiert man das Hotel, dass man mit dem Auto anreist und dass man eine Einfahrtsgenehmigung benötigt. Das Hotelpersonal muss dann Aufenthaltszeit und Kennzeichen rechtzeitig bei der Behörde registrieren lassen", so ÖAMTC-Touristikerin Bergant.

Clubjuristin rät, Strafen gleich zu bezahlen

Fährt man unerlaubter Weise in eine ZTL ein und erhält direkt vor Ort einen Strafzettel, empfiehlt es sich, ihn genauer zu überprüfen. "Sind keine Überweisungsdaten, also BIC und IBAN, angegeben, sollte man versuchen, die Strafe bei der örtlichen Polizeistation zu begleichen oder die fehlenden Daten zu erhalten", rät ÖAMTC-Juristin Verena Pronebner. "So kann man sorgenfrei nach Hause fahren." Erreicht man vor Ort niemanden, kann man nur zuwarten, bis eine Zustellung der Strafe in Österreich erfolgt. Derzeit können zwar unbezahlte italienische Strafen von heimischen Behörden nicht zwangsweise eingetrieben werden. "Es ist aber möglich, dass die Vollstreckung von italienischen Verwaltungsstrafen in Österreich demnächst Realität wird", erklärt Pronebner. In Italien selbst können offene Geldstrafen fünf Jahre lang rückwirkend eingefordert werden. "Wer also nicht bezahlt und beim nächsten Italien-Urlaub von der Polizei aufgehalten wird, muss sogar mit einer Verdoppelung der Strafe rechnen", sagt die ÖAMTC-Juristin.

Infofolder als Download, 24-Stunden-Nothilfe-Service für Clubmitglieder

Der ÖAMTC hat einen Informationsfolder zum Thema "zona traffico limitato" in Italien erstellt. Dieser kann unter www.oeamtc.at/reiseratgeber abgerufen werden. Bei Problemen vor Ort sind die Clubjuristen jederzeit unter der Nummer des Schutzbrief-Notrufes +43 (0)1 25 - 120 00 erreichbar. Bei Fragen und Unklarheiten zu Strafbescheiden aus dem Ausland steht die ÖAMTC-Rechtsberatung für alle Clubmitglieder unter +43 (0) 1 71199 -1530 zur Verfügung.

Aviso an die Redaktionen:
Weitere Informationen zum Thema Reisen findet man unter www.oeamtc.at/reise. Der Informationsfolder zur "zona traffico limitato" steht unter www.oeamtc.at/reiseratgeber zum Download bereit.

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