"KURIER"-Kommentar von Josef Votzi: "Prölls Euro-Härtetest"

Die Herkulesaufgabe nach Griechen-Hilfe & Co steht dem VP-Chef noch bevor.

Wien (OTS) - Josef Pröll ist nicht zu beneiden. Er sitzt auf dem Schleudersitz der Regierung. Banken-Hilfe, Griechenland-Rettung, Mega-Milliarden für den Euro: Wann immer er als Finanzminister gefordert ist, geht es um Negativschlagzeilen. Für die Rettung des Finanzsystems gab es Applaus von den Eliten. Die Wähler maulen bis heute, "uns hilft ja auch keiner". Dass Österreich für den Überbrückungskredit an Athen mithaftet, war ebenso alternativlos. Pluspunkte sammelt man damit nicht. Und wenn Pröll nun im EU-Verbund noch mehr Milliarden zur Stützung des Euros vor dem Verfall ins Bodenlose freigibt, kommt kein Jubel an den Stammtischen auf.
Mit Europa macht man hierzulande noch immer keine Punkte, mit EU-Krisen schon gar nicht (obwohl Österreich ohne EU und Osterweiterung selbst bereits ein schwerer Krisenfall wäre).
Die Milliarden, für die er als Finanzminister geradezustehen hat, sind unvorstellbar und daher bald wieder vergessen. Was für die Österreicher zählt, sind die Euros, die er ihnen bald für die Budgetsanierung aus der Tasche wird ziehen müssen. Diese Herkulesaufgabe kommt auf den Immerfroh in der Regierung im Spätherbst zu. Hier wird sich endgültig zeigen, ob er das Zeug zu mehr hat.

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