Seniorenbund zum "Internationalen Tag der Pflege": Jetzt handeln!

Korosec: Pflege muss endlich raus aus dem Sozialhilfe-System!

Wien (OTS) - "Zum internationalen Tag der Pflege richten wir
unseren dringenden Appell an alle in diesem Bereich Verantwortlichen:
Setzen wir die nötigen Reformen im Pflegebereich so schnell wie möglich um. Hören wir auf über angeblich "explodierende" Kosten zu jammern, sondern setzen wir vielmehr Taten, die eine menschenwürdige Pflegeversorgung in ganz Österreich garantieren", appelliert LAbg. Ingrid Korosec, 1. Bundesobmann-Stellvertreterin des Österreichischen Seniorenbundes und Landesvorsitzende des Wiener Seniorenbundes, an die zuständigen Verantwortungsträger.

Schluss mit der teuren Trennung von Gesundheit und Pflege - Schaffen wir "Hilfe aus einer Hand"!

Die WHO hatte schon vor Jahrzehnten festgelegt, welche Bereiche ein gutes Gesundheitssystem umfassen sollte. "Nämlich Prävention, Kuration, Rehabilitation, Pflege sowie Palliativversorgung. In Österreich funktioniert lediglich die Kuration ganz gut. Dass die Pflege noch immer Teil der Sozialhilfe ist, führt zu untragbarem Leid für die Betroffenen, bedeutet aber auch Doppelgleisigkeiten und das Versickern von Unsummen", erklärt Korosec die Situation und führt weiter aus:

"Wenn wir also in diesem Jahr endlich vor den seit Ewigkeiten angekündigten Gesundheitsreformen stehen, haben wir ein Ziel: Pflege von Anfang an mitdenken; Hilfe aus einer Hand für alle die es brauchen, unabhängig von Wohnort, Familienstand und Vermögen - so, wie es im Gesundheitsbereich längst selbstverständlich ist!"

Den Pflegefonds endlich realisieren - Auf Rechnungshofkritik endlich reagieren!

"Zur Umsetzung der "Hilfe aus einer Hand" muss jetzt sofort der im Regierungsprogramm (!) verankerte Pflegefonds dotiert werden. Dabei gilt es, eines festzuhalten: Wir wollen KEINE Pflegeversicherung, sondern Steuern auf VermögensZUWÄCHSE zur Bedeckung der Kosten heranziehen. Eine Pflegeversicherung wäre nämlich eine unerwünschte weitere Belastung der Berufstätigen", hält Korosec mit Nachdruck fest.

"Wir alle wissen, dass das Geld dieser Tage auf allen Ebenen knapp ist. Wir hören, wie die Kommunen unter den Pflegelasten stöhnen. Schauen wir den Tatsachen doch einfach ins Gesicht: Ja, die Altersstruktur der Bevölkerung ändert sich. Ja, es wird dadurch eine Erhöhung des Pflegebedarfs geben. Ja, das wird (viel) Geld kosten", benennt Khol's Bundesobmann-Stellvertreterin die unverrückbaren Tatsachen, fügt jedoch hinzu:

"Der Schluss aus diesen Entwicklungen kann aber nicht ein gebetsmühlenartig wiederholtes Lamentieren über "explodierende" Kosten sein! Vielmehr müssen nun entschlossen, innovativ und mutig Entscheidungen getroffen werden! Dotieren wir den Pflegefonds, beseitigen wir die zahllosen - vom Rechnungshof schon so oft kritisierten - Doppelgleisigkeiten zB beim Pflegegeld. Bieten wir den Betroffenen menschenwürdige Pflege bis zum letzten Tag - ohne entwürdigende Spießrutenläufe durch Ämter, ohne Monatelange Wartezeiten (wie zum Beispiel beim Pflegegeldbescheid in Wien), ohne Behördendschungel und Desinformation!"

Auf Prävention und Rehabilitation nicht vergessen!

"Schließlich müssen wir im Zuge der Gesundheitsreformen auch den Bereichen Prävention und Rehabilitation mehr Bedeutung beimessen! Die Tatsache, dass Pensionisten keinen Rechtsanspruch auf Rehabilitation haben, ist angesichts der demographischen Entwicklungen ein echter Skandal. Zuerst helfen wir den Menschen nicht, nach einer Erkrankung wieder fit zu werden. Und dann beklagen wir uns, dass sie pflegebedürftig werden - das ist absurd. Dasselbe gilt für die Prävention, die so manche Erkrankung und darauf folgende Pflegebedürftigkeit verhindern würde", so Korosec zu weiteren Forderungen des Seniorenbundes.

Dank an die Tausenden pflegenden Hände!

"Zum Welt-Pflegetag danken wir auch all jenen, die mit ihrem täglichen Einsatz Pflege und Betreuung in Österreich überhaupt erst möglich machen - den Pfleger/innen, Pflegehelfer/innen und den pflegenden Angehörigen! Für diese Menschen, die unserer Gesellschaft täglich unersetzliche und unbezahlbare Dienste erbringen, muss es ebenfalls dringend zu Verbesserungen kommen! Von der sozialen Aufwertung der Pflegeberufe bis zu einer erheblich besseren Bezahlung, von zertifizierter Ausbildung für Laienpflegende bis hin zur Schaffung des Lehrberufs Pflegehelfer/in stehen hier zahllose Punkte auf der Tagesordnung", richtet sich Korosec an die Pflegenden.

"Dies ist der dringende Appell an alle Verantwortlichen: Schluss mit den Ausreden, Schluss mit Evaluierungen und Arbeitskreisen! Wir müssen jetzt handeln, um den Menschen noch 2010 ihr Recht auf menschenwürdige Pflege in ganz Österreich endlich garantieren zu können", so Korosec abschließend.

Hinweis: Bei ihrer morgigen Pressekonferenz "Familie ist, wo (Groß-) Eltern sind" (10:00 Uhr, Cafe Landtmann), wird Ingrid Korosec auch auf den Bereich der pflegenden Angehörigen näher eingehen, die eine wichtige Stütze im täglichen Familienleben darstellen.

Rückfragen & Kontakt:

Österreichischer Seniorenbund, Susanne Kofler, 0650-581-78-82, skofler@seniorenbund.at; www.seniorenbund.at

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