Blecha: Pensionskassenreform im Sinne der Leistungsberechtigten und nicht im Sinne der Pensionskassen

Leistungsbezieher dürfen nicht auf hohen Verlusten sitzen bleiben

Wien (OTS/SK) - Die Sozialpartner-Verhandlungen über eine Reform der Pensionskassen ziehen sich in die Länge (16 Monate), bis dato ohne ein Ergebnis im Interesse der betroffen Leistungsberechtigten erzielt zu haben. Pensionistenverbands-Präsident Karl Blecha nahm heute, Dienstag, im Rahmen einer Arbeitssitzung des Pensionistenverbandes Österreichs (PVÖ) dazu Stellung:
"Staatssekretär Lopatka ist offenbar nicht bereit, Maßnahmen für die Pensionskassen-Pensionistinnen und -Pensionisten zu setzen. Es muss alles unternommen werden, fehlerhafte Entwicklungen der Vergangenheit einigermaßen politisch auszugleichen, damit viele PK-Pensionisten nicht auf ihren hohen Verlusten sitzen bleiben! Wir müssen diese Reform im Sinne der Pensionskassen-Leistungsberechtigten durchführen und nicht im Sinne der Pensionskassen." ****

Es waren die Pensionistenvertreter, die in den letzten Monaten darauf hingewiesen haben, dass die unbefriedigende Veranlagungspolitik der Pensionskassen (rund 2 Prozent p.a. im Schnitt der letzten 8 Jahre) sowie politische Entscheidungen in der Vergangenheit zu Lasten der PK-Berechtigten dafür verantwortlich waren, dass es zu dieser Pensionskassen-Misere - mit Verlusten bis zu 45 Prozent für manche Leistungsberechtigte in den letzten 8 Jahren - gekommen ist.

Konkret:
- Die Abschaffung der Mindestertragsgarantie
- Die Erhöhung des Risikos durch Bewilligung einer Aktienquote von bis zu 70 Prozent
- Die Bewilligung überhöhter Rechnungszinssätze im Zeitraum 2000 bis 2003.

Daher fordert der Pensionistenverband Österreichs:
- Ein Abfindungs-Steuermodell
- Die verbindliche Befreiung der PK-Pensionisten von der Dotierung einer Schwankungsrückstellung, solange die durchschnittliche Performance gerechnet über die Jahre seit PK-Vertragsbeginn unter dem im Vertrag angenommen Rechungszinssatz liegt
- Eine Vertretungsmöglichkeit für PK-Leistungsberechtigte in den Bei-und Aufsichtsräten der österreichischen Pensionskassen.

Die derzeitige Pensionskassen-Situation ist für Blecha "unzumutbar". "Es gibt keine Garantien, keine Sicherheit, keine Transparenz und keine Mitsprache, keine Wechselmöglichkeit. Das alleinige Risiko tragen die rund 700.000 versicherten Anwartschaftsberechtigten und 65.000 Pensionskassen-Pensionisten allein, die Pensionskassen selbst sind immer auf der sicheren Seite", kritisiert Blecha.

"Die Verantwortung liegt bei der Politik, die Misere des Schüssel-Grasser-Pensionskassen-Gesetzes rasch zu beenden bzw. zu ändern. Die Lopatka-Blockade der Pensionskassenreform im Sinne der Pensionskassen-Leistungsberechtigten muss gelöst werden", so Blecha abschließend. (Schluss) sm/mp

Rückfragen & Kontakt:

Pensionistenverband Österreichs: Andy Wohlmuth, 0664-48 36 138

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