Kapellari: "Wir brauchen neue Wege und Ideen"

Grazer Diözesanbischof erläutert im "Sonntagsblatt"-Interview diözesanen Gesprächsvorgang

Graz, 11.05.10 (KAP) Bischof Kapellari hat den Weg eines "offenen diözesanen Gesprächs" über die bedrängenden Probleme und auch die Chancen der Kirche bekräftigt. Im Interview mit dem steierischen "Sonntagsblatt" gab er bekannt, dass eine "bunte Gruppe von 10 bis 12 Personen" mit der "koordinierenden Hauptverantwortung" des diözesanen Gesprächsvorgangs betraut werden soll. Für den gesamten Prozess gebe es selbstverständlich keine Denk- und Sprechverbote, "der freie Christenmensch hat aber eine große Verantwortung gegenüber den Bedingungen, die ihm im Glaubens- und Lebensrahmen der Kirche begegnen", betonte Kapellari.

Die beauftragte Gruppe werde Projekte übernehmen und Maßnahmen vorschlagen, die möglichst rasch und kirchenrechtskonform umgesetzt werden können. Als konkrete Beispiel nannte Bischof Kapellari die Einbeziehung von Laien und Diakonen in die Leitung von Pfarrverbänden oder die mögliche Übertragung der vollen Verantwortung an Laien bei der Verwaltung und wirtschaftlichen Führung der Pfarren. Der Grazer Bischof bekräftigte, dass sich die Kirche "weiter bewegen muss" und "dass wir neue Ideen und Wege brauchen, um das pastorale Netz zu erhalten und zu stärken".

Im Blick auf die derzeitige Situation sagte Kapellari, "was mich jetzt besonders bewegt, sind Briefe von Katholiken, die aus der Kirche ausgetreten sind oder sich einen Austritt überlegen." Er lese da lange Auflistungen von vergangenen und gegenwärtigen Fehlern der Kirche. "All das ist oft sehr plausibel, aber es zeigt weitaus nicht die Kirche im Ganzen, wie ich sie kenne und wie ich in ihr Gott und den Menschen zu dienen versuche", so der Bischof.

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