EconGas: trotz Wirtschaftskrise positives Geschäftsjahr 2009

Höchster Erdgasabsatz seit Bestehen durch Steigerung des Auslandsgeschäftes und Intensivierung des Tradings

Wien (OTS) - Im Wirtschaftsjahr 2009 konnte trotz der wohl herausforderndsten Rahmenbedingungen seit Bestehen die Position von EconGas insbesondere im internationalen Wettbewerb weiter ausgebaut werden. "Die konsequente Verfolgung unserer Internationalisierungs-und Trading-Strategie hat uns auch 2009 trotz internationaler Wirtschafts- und Finanzkrise weiter wachsen lassen und brachte uns den höchsten Erdgasabsatz seit Bestehen. Der Auslandsabsatz ist im vergangen Jahr um 32 Prozent gestiegen und macht bereits ein gutes Drittel unseres Geschäftes aus. Wir sind mittlerweile ein internationales Unternehmen - aber mit starken österreichischen Wurzeln", betont EconGas Geschäftsführer Peter Huemer.

Das Wirtschaftsjahr 2009 war von drei wesentlichen Faktoren gekennzeichnet: der Wirtschafts- und Finanzkrise, die weltweit Spuren hinterlassen hat und zum ersten Mal seit 1981 den weltweiten Energieverbrauch zum Sinken gebracht hat, dem Komplettausfall der russischen Erdgaslieferungen im Jänner 2009 und einem intensiven Wettbewerb im mittlerweile hochgradig liberalisierten europäischen Erdgasmarkt. "Es war, wie schon 2008, ein Höchstmaß an Flexibilität erforderlich, um diese Herausforderungen alle gleichzeitig erfolgreich zu bewältigen und unseren Kunden ein starker, verlässlicher Partner zu sein. Aufgrund eines ambitionierten Kostensenkungsprogramms und der Optimierung unseres Erdgas-Bezugsportfolios gehen wir aus den zahlreichen Bewährungsproben des vergangenen Jahres gestärkt hervor und konnten unser Ergebnis steigern", unterstreicht EconGas Geschäftsführer Jesco von Kistowski.

Die erfolgreiche Positionierung der EconGas GmbH im internationalen Wettbewerb konnte auch im abgeschlossenen Wirtschaftsjahr 2009 fortgesetzt werden. Der Auslandsanteil am Gesamtabsatz liegt mittlerweile bei 35,8 Prozent, das entspricht einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 32 Prozent. In den ersten sechs Geschäftsjahren der EconGas hat sich der Anteil des Auslandabsatzes damit fast versechsfacht. Die Internationalisierung ist das zentrale Element der EconGas Unternehmensstrategie. Die drei Auslandstöchter der EconGas GmbH, die EconGas Deutschland GmbH, die EconGas Italia S.r.l. und die EconGas Hungária Kft. haben sich in ihren Märkten erfolgreich etabliert und lieferten 2009 eine überzeugende Performance. Insgesamt hat die EconGas GmbH 2009 8,2 Milliarden Kubikmeter Erdgas sowohl im In- als auch im Ausland abgesetzt, das entspricht einer Steigerung von rund 14 Prozent im Vergleich zum Geschäftsjahr 2008. Dank des erfolgreichen Auslands-und Trading-Geschäftes und des frühen Einsetzens der Heizperiode im Oktober 2009 konnte EconGas trotz Wirtschaftskrise und dem damit einhergehenden Industrieproduktionsrückgang den höchsten Erdgasabsatz seit ihrer Gründung im Jahr 2002 erzielen.

Die Wirtschafts- und Finanzkrise und der Rückgang der Industrieproduktion (18,3 Prozent) spiegeln sich nur zum Teil in den österreichischen Verbrauchsdaten wider. Insgesamt war der österreichische Erdgasverbrauch mit einem Rückgang um nur 1,8 Prozent auf 8,2 Milliarden Kubikmeter ausgesprochen stabil, was den Witterungsbedingungen und der früh einsetzenden Heizperiode zu verdanken ist.

Die Umsatzerlöse der EconGas GmbH beliefen sich in 2009 auf 2,2 Milliarden Euro, was einem Minus von rund 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dies ist klar auf die Ölpreisentwicklung zurückzuführen. 2008 war bis inklusive 3. Quartal von einem sehr hohen Ölpreis (All-time-high im Juli mit 148 USD/bbl Brent) und folglich hohen Umsatzerlösen geprägt. Ende 2008 kam es zu einem massiven Einbruch (40 USD/bbl Brent) der Preise mit einem Schnitt von 63 USD/bbl Brent in 2009. Dies führte auch zu einem Rückgang der Umsatzerlöse, da die Erdgaspreise weitgehend an die Ölpreise gebunden sind.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) der EconGas GmbH liegt bei 78,8 Millionen Euro. Dies ist ganz klar auf das intensivierte Engagement am internationalen Erdgasmarkt zurückzuführen. Aufgrund des höheren Preisniveaus ist der Return on Sales im Ausland höher als im Inland. Zudem schlägt sich der in den vergangenen Geschäftsjahren begonnene deutliche Ausbau der Trading-Aktivitäten positiv nieder. EconGas ist mittlerweile an allen wesentlichen europäischen Handelspunkten und Energiebörsen aktiv, was u.a. wesentlich zu einer Optimierung des Erdgasportfolios beiträgt. "Zudem haben wir 2009 ein striktes Kostenoptimierungsprogramm umgesetzt. Unser Erfolgsrezept ist klar: wir setzen auf strikte Rentabilitätskriterien, schlanke Strukturen und hohe Effizienz", erläutert Huemer die Unternehmensstrategie.

Obwohl EconGas 2009 sehr positiv bilanzieren konnte, war doch die Bewältigung der Wirtschafts- und Finanzkrise mit einem dramatischen Rückgang der Industrieproduktion, von der gerade die energieintensiven Branchen wie Stahl- und Autoindustrie betroffen waren, eine große Herausforderung. "Ich kann zu Recht behaupten, dass wir mit unseren Kunden gemeinsam durch diese Krise gegangen sind und so einen wesentlichen Beitrag zu ihrer Bewältigung leisten konnten. Unsere Kunden honorieren das. Darauf sind wir zu Recht sehr stolz, und das ist in Zeiten eines harten Wettbewerbs auch besonders wichtig", erläutert Kistowski.

Versorgungssicherheit weiter Thema

Die Versorgungssicherheit ist nach wie vor eine große Herausforderung für die Energieunternehmen und die europäische Energiepolitik. Die derzeitige Marktsituation mit einem leichten Rückgang des Energieverbrauchs ist ausschließlich die Folge der Wirtschafts- und Finanzkrise. Die International Energy Agency (IEA) prognostiziert, dass der weltweite Erdgasbedarf wieder steigen wird, sobald die Konjunkturerholung greift. Erdgas wird im Jahr 2050 der weltweit wichtigste Energieträger sein.

"Bereits jetzt befinden wir uns mitten im Wettbewerb um das Erdgas mit Indien und China. Ab 2015 werden die derzeit kontrahierten Mengen für die Versorgung Europas nicht mehr ausreichen. Der Grund ist klar:
Erdgas ist vor allem im Bereich Industrie und Kraftwerke der effizienteste und umweltfreundlichste Energieträger und in diesen Bereichen mittlerweile unverzichtbar. Dazu kommt, dass die innereuropäische Produktion von Erdgas vor allem in Großbritannien, den Niederlanden und Deutschland massiv zurückgeht. Es gilt also heute für morgen vorzusorgen!", erklärt Kistowski, warum Versorgungssicherheit für EconGas Thema Nummer Eins ist.

Erdgas-Speicherkapazitäten werden weiter ausgebaut

"Im Jänner 2009 haben wir im Zuge des knapp zweiwöchigen Komplettausfalls der russischen Erdgaslieferungen bewiesen, dass man sich in Sachen Versorgungssicherheit hundertprozentig auf EconGas verlassen kann. Dank unseres professionellen Energiemanagements und unserer Investitionen in Speicherkapazitäten sowie in Logistik und Transport waren wir für den Erdgas-Transitkonflikt zwischen Russland und der Ukraine im Jänner 2009 bestens gerüstet. Daher hatte dieser Konflikt im Unterschied zu anderen (ost)europäischen Ländern keinerlei Auswirkungen auf die reibungslose Belieferung unserer Endkunden", so Kistowski.

Bereits zum damaligen Zeitpunkt hatte Österreich gemessen am Verbrauch europaweit das meiste Erdgas vorrätig und EconGas wiederrum ist der weitaus größte Nutzer dieser Speicherkapazitäten. Die österreichischen Speicherkapazitäten wurden 2009 um zusätzliche rund 200.000 Kubikmeter auf 4,4 Milliarden Kubikmeter erweitert. Damit ist Österreich in der komfortablen Situation, mehr als die Hälfte des gesamten Jahresbedarfs in Speichern vorrätig zu haben.

Diversifizierung, Trading und LNG stärken Versorgungssicherheit Neben großen Speicherkapazitäten und den langfristigen Bezugsverträgen mit großen Erdgas-Produzentenländern wie Russland und Norwegen setzt EconGas zur weiteren Stärkung der Versorgungssicherheit auf Diversifizierung, also die Verbreiterung des Erdgas-Bezugsportfolios - sowohl hinsichtlich der Erschließung neuer Quellen aber auch neuer Transportwege wie Liquefied Natural Gas (LNG). LNG stellt eine wichtige Ergänzung zu Pipelinegas dar und avanciert zu einem immer kräftiger werdenden Standbein der Versorgungssicherheit. Bereits im Dezember 2007 wurde ein Vertrag mit dem Rotterdamer LNG-Terminal Gate über Regasifizierungs-Kapazitäten von jährlich drei Milliarden Kubikmeter unterzeichnet, die ab Fertigstellung des Terminals in der zweiten Jahreshälfte 2011 genutzt werden können.

Die geplante Nabucco Gas Pipeline, aber auch South Stream sind zwei wesentliche Projekte in Sachen Versorgungssicherheit. "Der große Vorteil ist, dass beide Pipelines in Baumgarten/ Niederösterreich münden und damit Österreich noch deutlicher als bisher zur bedeutendsten Erdgasdrehscheibe Mitteleuropas wird", erklärt Huemer.

Auch die Intensivierung des Tradings wird für EconGas immer wichtiger. Der Ausbau der Trading-Aktivitäten bietet entscheidende Vorteile. "Wir nutzen die Beschaffungsmöglichkeiten an westeuropäischen Handelspunkten zur Optimierung unseres Portfolios. Insgesamt sorgt unser langfristig orientiertes und diversifiziert ausgerichtetes Beschaffungsportfolio für maximale Versorgungssicherheit. Darüber hinaus macht uns das Trading im Absatz unabhängiger von regionalen Wettbewerbsbedingungen - ein entscheidender Vorteil in einem wirtschaftlich herausfordernden Umfeld", so Huemer.

EconGas GmbH ist mittlerweile an acht zentralen Erdgas-Handelspunkten und an vier Energiebörsen aktiv. Allein im vergangenen Jahr wurde der Handel am britischen National Balancing Point, dem französischen Point d'Échange de Gaz, am deutschen GASPOOL und am APX Gas UK aufgenommen. Seit Dezember ist EconGas GmbH selbstverständlich auch an Österreichs erster Erdgasbörse, der CEGH Gas Exchange der Wiener Börse, aktiv.

Im Zuge der Liberalisierung des europäischen Erdgasmarktes hat der Erdgashandel in den letzten Jahren stark zugenommen. Am niederländischen TTF, dem größten Handelspunkt Kontinentaleuropas, an dem EconGas auch aktiv ist, konnte das gehandelte Volumen zwischen 2006 und 2008 verdreifacht werden.

"Die Ausweitung der Erdgashandelsaktivitäten ist ein klares Zeichen, wie umfangreich der europäische Erdgasmarkt bereits liberalisiert ist. Das hat für die Konsumenten viele Vorteile, denn das Trading-Volumen ist eine optimale Ergänzung zu langfristig abgeschlossenen Bezugsverträgen, sichert den Wettbewerb und erhöht die Liefersicherheit und Preistransparenz", so Huemer abschließend.

Erfolgsmodell EconGas

Mit OMV Gas & Power, EVN, WIEN ENERGIE, EGBV und BEGAS haben fünf österreichische Energieunternehmen ihre Handels- und Vertriebsaktivitäten in EconGas gebündelt, um nachhaltig im anspruchsvollen Markt der Weiterverteiler und Businesskunden national und international zu bestehen. Kerngeschäft der EconGas ist der Erdgas-Direktvertrieb an Weiterverteiler und Businesskunden mit einem Jahresverbrauch ab 500.000 Kubikmeter in Österreich und Europa sowie der Handel mit Erdgas an internationalen Handelsplätzen. EconGas ist mit Tochtergesellschaften in Deutschland, Italien und Ungarn vertreten.

Rückfragen & Kontakt:

Anika Wagner, Pressesprecherin EconGas GmbH
Tel. +43 (0) 50205-2400
E-Mail: anika.wagner@econgas.com
Weitere Informationen: www.econgas.com

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