Bauindustrie und Baugewerbe: Neuerlich kein Abschluss für die Angestellten!

Arbeitgeber zeigen weiter keine Bereitschaft für eine Verhandlungslösung

Wien (OTS/ÖGB) - Auch in der 4. Verhandlungsrunde der Kollektivvertragsverhandlungen für die etwa 25. 000 Angestellten der Bauwirtschaft legten gestern Abend die Arbeitgeber kein in der Substanz verbessertes Angebot vor.

Die Arbeitgeber verweigerten selbst geringfügige Veränderungsangebote der GPA-djp und schlossen damit einen Kompromiss bei der gestrigen Verhandlungsrunde gänzlich aus. Das Letztangebot mit durchschnittlich 1,15 Prozent liegt damit deutlich unter dem Abschluss von 1,6 Prozent für die ArbeiterInnen der Branche.

"Nachdem der ArbeiterInnenabschluss offenbar auf einen Vorgriff zur Änderung des Bauarbeiterurlaubsrechts abstellt, dieser Beschluss im Nationalrat aber noch aussteht, wollen die Arbeitgeber mit einem schlechteren Angebot Kosten sparen. Für die Angestellten ist diese Vorgangsweise inakzeptabel", erklärt der stv. Bundesgeschäftsführer der GPA-djp Karl Proyer.

"Die starre Haltung der Arbeitgeber ist ein eklatanter Bruch mit den bisherigen sozialpartnerschaftlichen Gepflogenheiten in der Bauwirtschaft, zumal die großen Konzerne der Bauindustrie ständig in der Presse die stabile wirtschaftliche Situation und die gute Auftragslage verkünden! Wer verhandeln will, braucht auch Verhandlungsspielraum und nicht "einzementierte" Positionen. Wir sind daher zur Durchsetzung eines vernünftigen Abschlusses für die Angestellten und zu weiteren Maßnahmen, auch auf der betrieblichen Ebene, gezwungen", so der Verhandlungsleiter der Angestellten, Walter Jenny.

Die BetriebsrätInnen und GPA-djp-VerhandlerInnen zeigten sich über die unnachgiebige Haltung der Arbeitgeber sehr enttäuscht und werden daher, neben betrieblichen Aktivitäten, ihre über einen längeren Zeitraum geplanten Protestaktionen am 18. Mai um 8:00 Uhr vor der Wirtschaftskammer in Wien beginnen.

Noch gibt es keinen Termin für eine fünfte Verhandlungsrunde. Der Kollektivvertrag sollte ab dem 1. Mai in Kraft treten. Auf diese Gehaltserhöhung müssen die Angestellten wohl noch warten!

ÖGB, 11. Mai 2010

Rückfragen & Kontakt:

GPA-djp Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Martin Panholzer
Tel.: 05 0301-21511
Mobil: 05 0301-61511
E-Mail: martin.panholzer@gpa-djp.at
http://www.gpa-djp.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0001