Steinhauser nach Vorwürfen in Wiener Heim: Länder und Bund müssen ebenfalls mit Aufarbeitung beginnen

Grüne werden morgen im Familienausschuss Marek damit konfrontieren

Wien (OTS) - "Wie der neu aufgerollte Fall um Vorwürfe im Zusammenhang mit einem Wiener Heim zeigt, muss endlich auch die Debatte um Gewalt in staatlichen Heimen und Internaten geführt werden. Es war immer klar, dass es naiv ist zu glauben, dass es in staatlichen Einrichtungen keine Übergriffe gegeben hat", fordert der Justizsprecher der Grünen, Albert Steinhauser eine Auseinandersetzung mit der Situation in staatlichen Heimen und Einrichtungen.

Steinhauser kritisiert vor allem, dass es bundesweit für die Betroffenen überhaupt keine geeignete Anlaufstelle gibt: "Die Republik und die Länder müssen sich der Verantwortung stellen. Gewalt und sexuelle Übergriffe gehören von den 1950er-Jahren bis zur Gegenwart aufgearbeitet." Für den Staat gilt das gleiche wie für die Kirche: Eine Untersuchungskommission muss in Ergänzung zur Staatsanwaltschaft gemeldete Fälle unabhängig von Verjährung aufarbeiten. Ein Opferfonds aus öffentlichen Geldern soll Betroffene von Gewalt in staatlichen Heimen entschädigen. Aber eine geeignete Anlaufstelle wäre schon ein erster, wichtiger Schritt. "Bisher hat man das Gefühl gehabt, dass die Verantwortlichen in SPÖ und ÖVP froh sind, dass nur über kirchliche Einrichtungen diskutiert wird und man sich bei den staatlichen Heimen gut verstecken kann. Damit muss Schluss sein", so Steinhauser. Im morgigen Familienausschuss werden die Familiensprecherin der Grünen, Daniela Musiol und Justizsprecher Steinhauser das alles bei Staatssekretärin Marek einfordern. "Die Zeit der Ausreden ist definitiv vorbei", schließt Steinhauser.

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