Bayr: Dürfen unsere Erde nicht öd und leer hinterlassen

Alleine Bienen verrichten jährliche Arbeitsleistung im Wert von 153 Milliarden Euro

Wien (OTS/SK) - Anlässlich des gestern von den Vereinten Nationen veröffentlichten Berichts zur Lage der biologischen Vielfalt und den offensichtlich unumkehrbaren Schäden mahnt die Umweltsprecherin der SPÖ, Petra Bayr, zu einer radikalen Wende auch in der österreichischen Artenschutz-Politik: "Der Umgang mit dem Boden darf nicht weiter auf schnelle und hohe Erträge für heute ausgerichtet sein, ohne auch nur im Entferntesten an morgen zu denken", so die Abgeordnete. "Wenn jeder nur verfügbare Quadratmeter wirtschaftlich genutzt wird und es keinerlei Brachen, Rückzugsmöglichkeiten für Tiere und Flächen für seltene Pflanzen außerhalb der dafür ausgewiesenen Schutzgebiete gibt, wird das auch in Österreich nicht ausreichen, um seriösen Artenschutz zu betreiben." ****

Dass ein Viertel der Pflanzen vom Aussterben bedroht ist, die Artenvielfalt in nie dagewesenem Ausmaß abnimmt, kein einziges Land das 2002 auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung vereinbarte Ziel, nämlich den Verlust der Biodiversität entscheidend zu verlangsamen, erreicht hat und all dies durch die Klimaerwärmung noch verschärft wird, mache nach Meinung der Umweltpolitikerin mehr als deutlich, dass nun alle Alarmglocken schrillen und den schönen Worten auch Taten folgen müssen: "Wenn wir die Erde unseren Nachfahren nicht öd und leer hinterlassen und auch künftigen Generationen eine natürliche Lebensgrundlage ermöglichen wollen, ist ein Ende der täglich stattfindenden Ausbeutung ursprünglicher Ressourcen, getrieben nur von Profitgier unumgänglich", stellt Bayr klar.

Auch in Österreich, besonders aber im internationalen Kontext zeigt sich am Beispiel der Agrotreibstoffe, dass 'gut gemeint oft das Gegenteil von gut' ist. "Wenn auch noch die letzte gerade noch brauchbare Fläche benutzt wird, um Energiepflanzen anzubauen, mit denen dann die Tanks von meist alleine benutzten, überdimensionierten Kraftfahrzeugen für kurze Wege gefüllt werden, anstatt vernünftige und ressourcenschonende Möglichkeiten von Mobilität zu fördern und nachhaltige Antriebstechniken zu verwenden, dann ist das nicht bloß ein Zeichen von falsch verstandenem Fortschritt, sondern auch ein Beitrag zur Verminderung der Biodiversität. Brachen sind ein wichtiger Rückzugs- und Überlebensraum für Tiere und Pflanzen und dürfen nicht mit allen Mitteln ökonomisch verwertet werden, so Bayr.

"Jede kapitalistische Rechnung, die nur auf das Maximieren von Profiten hier und heute ausgerichtet ist, ist eine falsche Rechnung. Externe Effekte für Mensch und Natur bleiben dabei von den Ausbeutungsgewinnern meist vollkommen unberücksichtigt, denn die Schäden soll ja am besten die Allgemeinheit zahlen. Ein gutes Beispiel für den Wert von Artenschutz sind die Bienen, die ja auch in Österreich immer wieder durch Krankheiten, die der Mensch mit seinen Bewirtschaftungsmethoden verursacht hat, gefährdet sind", so Bayr. Laut dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung UFZ in Halle beträgt die Wertschöpfung der Bienen alleine bei der Bestäubung der 100 wichtigsten Kulturpflanzen 153 Milliarden Euro. Demnach verdanken wir diesen Insekten knapp ein Zehntel des Gesamtwertes der Weltnahrungsmittelproduktion und eine gratis Arbeitsleistung, die ohne sie nicht machbar wäre. "Dieses Beispiel zeigt auf, dass wir eine vorausblickende Artenvielfalts-Politik betreiben müssen. Der Verlust von einer Art kann für das Leben in der nahen Zukunft ungeahnte negative Folgen haben, daher ist eine strikte Biodiversitätspolitik heute gefragt", fordert Bayr abschließend. (Schluss) gd

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