Voestalpine-Chef Eder: "Stahlpreis wird Inflation massiv anheizen"

Wien (OTS) - Die Verdopplung der Erzpreise wird noch heuer "zu
einem massiven Inflationsschub führen", prophezeit Wolfgang Eder. Gegen das weltweite Oligopol der Erz- und Kohlelieferanten "wetzen Stahlhersteller europaweit ihre Messer". Die Voestalpine will bis Sommer über den Ausbau des steirischen Erzbergs entscheiden.

Neue Quartalslieferverträge verteuern auch für die Voestalpine die Preise für Eisenerz und Kokskohle um fast 100 Prozent. In einer konzertierten Aktion haben die weltweiten Lieferanten für die Stahlvorprodukte durchgesetzt, dass sich neue, kurzfristige Verträge zukünftig am hohen und spekulationsanfälligen Spotmarktpreis orientieren. "Wir werden diese Preissteigerungen binnen weniger Monate an unsere Kunden weitergeben. Und auch die werden dies tun" sagt Wolfgang Eder. "Wenn man sich vergegenwärtigt, dass Stahl nach Öl das am zweitstärksten gehandelte Material weltweit ist, wird das zu einem massiven Inflationsschub führen" sagt Wolfang Eder im Interview mit Industriemagazin. "Am Ende bezahlt der Konsument erheblich mehr für seine Bahnfahrt, seinen Kühlschrank und sein Auto".

Vor Erzberg-Ausbau?

"Fast jedes Stahlunternehmen überlegt aufgrund der derzeitigen Marktbedingungen eine Rückwärtsintegration", erklärt Eder. "Die Messer werden gewetzt. Die Erdkruste besteht zu sieben bis acht Prozent aus Eisen, knapp wird dieses Material also nie werden". Die Voestalpine, die ihre Versorgung derzeit zu 20 bis 25 Prozent über den Erzberg sichert, hat konkrete Ausbaupläne in der Schublade. "Eine Entscheidung darüber wird es aber nicht vor Sommer geben" sagt Eder. "Wir warten auf ein klares Signal der Politik zum Thema CO2. Wenn sich die österreichische CO2-Gesetzgebung nicht bis 2012 endgültig an einheitlichen europäischen Standards orientiert ist das heimische Eisenerz nicht wirtschaftlich nutzbar".

Das vollständige Interview können Sie auf
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