AK: Bildung darf nicht der Budgetkonsolidierung zum Opfer fallen

Strukurveränderungen an den Hochschulen notwendig

Wien (OTS) - "Der Zugang zum Studium muss offen sein", betont AK Direktor Werner Muhm, "auch die Wissenschaftsministerin hat sich das Ziel gesetzt die AkademikerInnenquote zu erhöhen. Gleichzeitig spricht sie sich aber für flächendeckende Zugangsbeschränkungen aus. Das ist ein absoluter Widerspruch und der falsche Weg. Gerade jetzt in der Krise gewinnt Bildung und Ausbildung noch mal an Wichtigkeit und schützt vor drohender Arbeitslosigkeit. Österreich braucht also mehr, nicht weniger Akademikerinnen und Akademiker. Die Wissenschaftsministerin sollte sich daher ihr eigenes Ziel, die AbsolventInnenzahl zu erhöhen, zu Herzen nehmen und Zugangsbeschränkungen schleunigst von ihrer Agenda streichen." Die Arbeiterkammer spricht sich außerdem für eine ausreichende Finanzierung der Hochschulen aus, es braucht aber auch Struktuveränderungen. Dabei müssen alle Effizienzreserveren des Hochschulsektors zum Wohle der Studierenden gehoben werden - so ist es etwa unverständlich warum es vier Standorte für das Studium der Theologie geben muss und es für 2.900 Studierende an den katholischen Hochschulfakultäten 60 Professuren gibt, während es an der Wirtschaftsuniversität die annähernd gleiche Anzahl an Professuren für 26.000 Studierende gibt. Darüber hinaus würde es Sinn machen inhaltlich engverwandte Hochschulen, wie BOKU und VetMed zusammenzulegen. Es gibt also genügend Einsparungspotential. "Wir brauchen aber auch eine ausreichende Finanzierung der Hochschulen. Wichtige Zukunftsbereiche wie Bildung und Forschung dürfen nicht der Budgetkonsolidierung zum Opfer fallen", fordert Muhm.

Darüber hinaus müssen die Studienbedingungen dringend verbessert werden, insbesondere auch für berufstätige Studierende. Immerhin arbeiten fast zwei Drittel der Studierenden zusätzlich zum Studium, das entsprechende Studienangebot fehlt allerdings in vielen Fällen. Das berufsbegleitende Studienangebot gehört dringend ausgebaut, damit Studieren und Arbeiten auch tatsächlich möglich ist. Wir brauchen außerdem einen Ausbau des Fachhochschulsektors. "Die aktuellen Rankings geben uns in unserer Forderung nach einem Ausbau des Fachhochschulsektors Recht. Immerhin haben FachhochschulabsolventInnen ausgezeichnete Chancen auf dem Arbeitsmarkt", betont Muhm.

Die Arbeiterkammer spricht sich für verstärkte Studienwahlberatung schon in den Schulen und echte Studieneingangsphasen aus, die nicht dem Hinausprüfen, sondern einer tatsächlichen Studienorientierung dienen. Zusätzlich sollen über einen Masterplan Pädagogische Hochschulen, Fachhochschulen und Universitäten besser aufeinander abgestimmt und die Übergänge erleichtert werden. Es braucht außerdem eine bessere soziale Durchlässigkeit im Hochschulsystem. "Das wird allerdings nur gelingen, wenn der Hochschulzugang offen ist und das Stipendiensystem ausgebaut wird", so Muhm.

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