Kadenbach: EVP soll sich deutlich von Atomenergie distanzieren

Klimawandel darf kein Rechtfertigungsgrund für den Ausbau von Atomkraftwerken sein

Wien (OTS/SK) - "Das Weißbuch der Kommission zu Anpassungen an den Klimawandel ist zu begrüßen. Es gibt einen klaren Handlungsrahmen vor, der aufzeigt, welche Maßnahmen zu treffen sind, um den Herausforderungen der kommenden Jahre gerecht zu werden", so die SPÖ-EU-Abgeordnete Karin Kadenbach am Donnerstag. Bedenklich sei aber ein leider vom Plenum angenommener Änderungsantrag zum Bericht des Europäischen Parlaments hinsichtlich des Weißbuches, der von EVP-Abgeordneten, unter ihnen auch Richard Seeber, eingebracht wurde. Der Bericht sieht eine Neuausrichtung der Politik im Sinne des Ausbaus der Energieeffizienz und der Förderung erneuerbarer Energiequellen vor. Die EVP bestehe aber darauf, die Förderung kohlenstoffarmer Energiequellen zusätzlich in den Text aufzunehmen. "Wollen die Konservativen die Atomenergie über die Hintertür einführen?", fragt Kadenbach. ****

"Das Anpreisen der Kohlenstoffarmut ist ein altbekanntes Argument der Atomlobby, um die Kernenergie zu verharmlosen. Vor allem die österreichischen EVP-Abgeordneten sollten sich von dieser Argumentation distanzieren und den gemeinsamen österreichischen Anti-Atom-Kurs nicht verlassen", unterstreicht die EU-Parlamentarierin, die Mitglied im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments ist. "Der Klimawandel darf nicht als Rechtfertigungsgrund für den Ausbau der Atomenergie herangezogen werden. Das Gefahrenpotenzial ist nach wie vor zu groß und die Frage der Endlagerung von Atommüll ist bisher ungelöst", betont Kadenbach.

Die EU-Abgeordnete verweist auch darauf, dass die EU-Kommission sich gestern dafür ausgesprochen habe, das CO2-Reduktionsziel von 20 auf 30 Prozent anzuheben. "Die Kommission kommt damit einer Forderung nach, die das Europäische Parlament bereits vor dem Klimagipfel in Kopenhagen aufgestellt hat. Mit den geeigneten Maßnahmen ist es möglich, den CO2-Ausstoß in Europa noch weiter zu reduzieren, ohne Arbeitsplätze zu gefährden. Zu diesen Maßnahmen zählt aber keinesfalls der Ausbau der Atomenergie", bekräftigt Kadenbach. (Schluss) rb/mp

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