Grünewald zu Unis: Totales Regierungsversagen auf Kosten der Studierenden

Grüne: Vorgehensweise der Regierung ist bildungspolitische Bankrotterklärung

Wien (OTS) - Ein "totales Regierungsversagen in der Universitätspolitik" ortet der Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald. "Die Pläne sind ausschließlich defensiv, lassen jede langfristige Vorwärtsstrategie vermissen und kommen einer bildungspolitischen Bankrotterklärung gleich", kommentiert Grünewald die beabsichtigte Reduktion von Studierendenzahlen und fordert die Regierung auf, ihre kurzsichtigen Schnellschüsse einzustellen. "Jede Woche kommen neue Vorschläge, das einzig Konstante und Verlässliche scheint lediglich die Budgetkürzung im tertiären Bildungssektor und bei der Forschung zu sein", reagiert Grünewald sarkastisch. "Was empfiehlt die Bundesregierung den tausenden Studierwilligen zu tun, die bald vor verschlossenen Türen stehen, welche Pläne gibt es, die Übertrittquoten in den tertiären Bildungsbereich nach der Matura auf das Niveau von Vorbildnationen oder auch nur auf den EU Schnitt zu erhöhen? Vor nur einer Woche sollten noch durch Zulassungsbeschränkungen österreichweit Betreuungsquoten von 40 Studierenden pro ProfessorIn garantiert werden. Auf Nachfrage im Ministerium musste man aber zugeben, über keinerlei Daten über die diversen Betreuungsverhältnisse in den einzelnen Studienrichtungen zu verfügen, was ich für ein Ministerium für peinlich, fahrlässig und skandalös halte" zeigt sich Grünewald verärgert.

"Es geht nicht darum, die Augen vor unzumutbaren Studienbedingungen und mangelnden Ressourcen an Unis und Fachhochschulen zu verschließen und dabei Studierende ihrem Schicksal zu überlassen. Was wir benötigen sind Entwicklungspläne, die die Beseitigung von jahrelangen Defiziten und Versäumnissen zum Ziel haben und einen stufenweisen Ausbau der Studienplätze, begleitet durch eine parallele Ressourcenverbesserung, erlauben. Die bloße Aneinanderreihung von jährlichen Notwehr- und Feuerwehraktionen bestätigt lediglich eine breite Konzeptlosigkeit und bietet Bildungswilligen keine ausreichenden Perspektiven", kritisiert Grünewald.
"Der Hochschuldialog böte die Chance, hier konsensuale Lösungen zu suchen und zu erarbeiten, statt dessen pflegt man die Methode der Zu-und Zwischenrufe und demotiviert und verunsichert die TeilnehmerInnen des Dialogs. Statt die Treffsicherheit der Studienwahl zu erhöhen und den Übertritt zu Unis und Fachhochschulen durch eine Oberstufenreform, den bewussten Einbau von HochschullehrerInnen in den Fachunterricht und durch Schnupperwochen an den Unis und FHS fließender zu gestalten, bleibt man lieber defensiv", hält Grünewald fest.
"Die Grünen fordern endlich Zukunftskonzepte, die Qualität und Studienplätze nicht als prinzipiell unvereinbare Gegensätze sehen und bestehen daher auf die Umsetzung des Finanzierungspfades von zwei Prozent am BIP für den tertiären Bildungssektor bis 2015", so Grünewald abschließend.

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