Arbeitszeitverkürzung bringt zehntausende neue Jobs

Linz (OTS) - Im Jahr 2009 wurden in Österreich 313,8 Millionen Überstunden erbracht. Würde man nur die unbezahlten Überstunden abbauen, könnten bis zu 60.000 neue Jobs entstehen. "Es ist daher höchste Zeit für eine gerechtere Verteilung der Arbeit und der Arbeitszeit", fordert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer eine Verkürzung der Vollzeit.

Die aktuelle Arbeitsmarktanalyse der AK Oberösterreich deutet auf keine Entspannung auf dem oberösterreichischen Arbeitsmarkt hin. Im 1. Quartal 2010 waren in Oberösterreich um 7351 Personen mehr arbeitslos bzw. in Schulungsmaßnahmen als noch vor einem Jahr. Der Stellenandrang kletterte auf 7,2 Arbeitslose je offener Stelle. Gleichzeitig wurden aber im Jahr 2009 in Österreich 313,8 Millionen Überstunden erbracht.

Während rund 700.000 Beschäftigte wöchentlich, teils unbezahlt, Millionen von Über- und Mehrstunden leisten und Österreichs Vollzeitbeschäftigte eine besonders lange Wochenarbeitszeit haben, wollen viele Teilzeitbeschäftigte ein höheres Stundenausmaß arbeiten. "Eine kluge Verteilung des Arbeitsvolumens kommt den Bedürfnissen der Menschen entgegen und kann positive Beschäftigungseffekte erzielen", analysiert AK-Präsident Kalliauer.

Wird die durchschnittliche Wochenarbeitszeit um zehn Prozent reduziert, ist ein Beschäftigungsplus von vier Prozent möglich, stützt sich Kalliauer auf WIFO-Berechnungen.

Demnach könne eine effektive Verkürzung der Arbeitszeit mittelfristig zu mehr Produktivität, mehr Beschäftigung und weniger Arbeitslosigkeit führen. Kalliauer setzt sich für eine generelle Verkürzung der Vollzeit ohne Arbeitsverdichtung ein. Dafür könne er sich sozial abgestuft die Verwendung von Teilen der jährlichen Lohnerhöhungen vorstellen.

"Keiner darf nach der Arbeitszeitverkürzung weniger verdienen als vorher", stellt der AK-Präsident dabei klar. Das Potential einer ausgewogeneren Arbeitsverteilung ist hoch. Allein das unbezahlte Überstundenvolumen - in den letzten Jahren war das immer rund ein Drittel aller Überstunden - entspricht bis zu 60.000 Vollzeitjobs. Eine Verlängerung des Durchrechnungszeitraums für die Überstundenberechnung lehnt Kalliauer ab, denn: "Die von Industrie und Teilen der Wirtschaft gefordert Flexibilisierung der Arbeitszeit führt zu noch mehr Überstunden bei weniger Lohn!"

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