Skandalöser UVP-Bescheid zum AKW Mochovce: Grenzüberschreitende Auswirkungen werden vollständig negiert.

Bescheid wurde am Tag der unter Geheimhaltung in Bratislava abgehaltenen Expertenkonsultationen erstellt.

Linz (OTS) - Ohne Datumseintrag erschien auf den Internetseiten
des slowakischen Umweltministeriums die abschließende Stellungnahme (UVP-Bescheid) zum grenzüberschreitenden UVP-Verfahren zur Fertigstellung der Reaktorblöcke 3 und 4 im slowakischen Mochovce. Das 80-seitige Dokument negiert mögliche Umweltfolgen vollständig. "Die Umweltauswirkungen bei Auslegungsstörfällen bleiben auf den Umkreis von 3 Kilometern von der Anlage beschränkt", stellt die slowakische Behörde fest. Grenzüberschreitende Auswirkungen werden vollständig ausgeschlossen. "Dieser UVP-Bescheid ist skandalös und beschämend. Das fehlende Containment spielt für das slowakische Umweltministerium offensichtlich keine Rolle", erklärt Radko Pavlovec, Anti-Atom-Beauftragter des Landes Oberösterreich. "Aufgrund des fachlichen Niveaus dieses Bescheides kann man davon ausgehen, dass auch dem Tschernobyl-Reaktor in der Slowakei problemlos Umweltverträglichkeit attestiert würde".

Im Zusammenhang mit der Veröffentlichung des UVP-Bescheides besteht nun für das Umweltministerium in Wien dringender Erklärungsbedarf. Der Bescheid trägt nämlich als Ausstellungsdatum 28. April 2010. An diesem Tag fanden in Bratislava bilaterale Expertengespräche zur zentralen Frage des fehlenden Containments statt. Wie bereits berichtet, war die oberösterreichische Delegation wegen einer inakzeptablen Geheimhaltungsklausel von diesen Gesprächen ausgeschlossen. "Das Umweltministerium sollte der Öffentlichkeit dringend erklären, warum der UVP-Bescheid nach diesen Gesprächen fertig gestellt wurde, obwohl es bei der Containmentfrage keine Änderung gibt", fordert Pavlovec.

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Radko Pavlovec, Tel. 0664 / 421 74 91

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