Wirtschaft braucht positive Signale des Aufbruchs

Konstituierende Sitzung des Wirtschaftsparlaments: KommR Julius Schmalz zum Präsidenten der WK Salzburg gewählt

Salzburg (OTS) - KommR Julius Schmalz wurde Dienstagnachmittag in der konstituierenden Sitzung des Wirtschaftsparlaments von den Delegierten zum Präsidenten der WK Salzburg gewählt. Der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, Dr. Christoph Leitl, nahm die Angelobung vor. Zur Wahl des Präsidenten waren auch Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller und LHStv. Dr. Wilfried Haslauer, die Präsidenten anderer Kammern und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens gekommen.
Eingebracht vom Wirtschaftsbund, lag ein einziger Wahlvorschlag für die Besetzung des Präsidiums vor. Diesem Wahlvorschlag traten die Delegierten aller anderen wahlwerbenden Gruppen - Wirtschaftsliste Salzburg - Haigermoser (RFW), Sozialdemokratischer Wirtschaftsverband Salzburg, Gemeinsame Liste der Salzburger Industrie, Gemeinsame Liste der Salzburger Banken und Versicherungen und Grüne Wirtschaft - bei. Da kein weiterer Wahlvorschlag eingebracht wurde, wurden die im Wahlvorschlag genannten Personen gemäß den kammerrechtlichen Bestimmungen als gewählt erklärt. In Statements nach dem Wahlakt erklärten alle VertreterInnen der wahlwerbenden Gruppen ihre Bereitschaft zu einer konstruktiven Zusammenarbeit.
Neu im Präsidium: Dr. Peter Unterkofler und Andrea Stifter
Neu ins Präsidium der WKS, dem wie bisher Vizepräsident KommR Mag. Peter Genser und, kooptiert, Vizepräsident KommR Helmut Haigermoser angehören werden, zog Dr. Peter Unterkofler (Jakoby Pharmazeutika AG, Hallein) ein. Ebenso wird die Touristikunternehmerin Andrea Stifter (Vorderegger Reisen, Zell am See) auf Vorschlag des Wirtschaftsbundes in das Präsidium kooptiert.
Andrea Stifter, am 18. März 1957 in Neukirchen am Großvenediger geboren, ist gelernte Touristikkauffrau. Nach Auslandsaufenthalten stieg sie 1980 in den elterlichen Betrieb ein, wo sie das Reisebürogeschäft von Grund auf erlernte. Die frühere aktive Ski-Rennläuferin ist seit Juli 2003 Geschäftsführerin der Vorderegger GmbH. Andrea Stifter ist seit 1995 als Funktionärin in der Fachgruppe Reisebüros tätig, seit Juni 2005 auch auf Fachverbandsebene. 2005 wurde die neue Vizepräsidentin der WKS in die Spartenleitung der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft und ins Wirtschaftsparlament berufen.
Dr. Peter Unterkofler, Mitglied der Geschäftsleitung der Jakoby Pharmazeutika AG in Hallein, wurde am 16. Februar 1973 geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Salzburg studierte Dr. Unterkofler Rechtswissenschaften in Wien und absolvierte ein Post-Graduate-Studium an der London School of Economics. Seit 2003 ist Unterkofler Mitglied der Geschäftsleitung bei der Jakoby Pharmazeutika AG, ein mittelständischer Konzern mit rund 480 Mitarbeitern und rund 210 Mill. Euro Umsatz und Niederlassungen in Klagenfurt, Hohenems, Budapest und Maribor. Der neue Vizepräsident der WKS ist seit 2005 im Wirtschaftsparlament der WKS vertreten und ebenfalls seit 2005 Vorsitzender der Jungen Industrie Salzburg. Konkrete Schritte gegen schrankenlose Finanzspekulation gefordert WKS-Präsident Schmalz erneuerte in seiner Antrittsrede die Einladung, den bewährten "Salzburger Weg" der Wirtschaftskammer weiterzugehen. Dieser sei durch Wertehaltung wie dem Eintreten für eine "Humane Marktwirtschaft" und einer Ausrichtung der Wirtschaftskammer als "starker Player" in der Bildungs- und Standortpolitik gekennzeichnet. "Die WKS steht für Standhaftigkeit und Gesprächsbereitschaft, für Sachlichkeit und pragmatische Lösungen, ohne Prinzipien und Standpunkte über Bord zu werfen." Die Praxis des "Erweiterten Präsidiums", bei dem alle wahlwerbenden Gruppen eingebunden sein werden, werde fortgesetzt.
Vehement sprach sich der neu gewählte Wirtschaftskammerpräsident für "Fairness gegenüber der Realwirtschaft" aus, denn es sei unerträglich, dass die Realwirtschaft auch in Zukunft den Schocks ausgeliefert sei, die von unverantwortlichen Finanzjongleuren ausgelöst würden. Es brauche endlich transparente Verhältnisse auf den internationalen Finanzmärkten und ein klares Reglement, was ökonomisch und gesellschaftlich verträglich sei. "Wir erwarten uns konkrete Schritte gegen die Schrankenlosigkeit der internationalen Spekulation!" Schmalz sprach sich dafür aus, die Spekulation auf Rohstoffe und Lebensmittel zu verbieten.
Die Zeit ist reif für einen "Zukunftspakt"
Der wiedergewählte Präsident der WK Salzburg warnte in seiner Rede gleichfalls vor einer sich aufbauenden Stagnations- und Schuldenspirale, weil die Politik die falschen Konsequenzen aus der Krise ziehe. "Das Pferd wird von der falschen Seite aufgezäumt. Es ist brandgefährlich, bei der Sanierung der Staatsfinanzen fast nur auf Steuereinnahmen zu setzen, ohne Reformen anzugehen." Schmalz empfahl der Bundesregierung, "kapitale Fehler" zu korrigieren. Allein die Zurücknahme des sog. "Anti-Inflationsprogramms" vom September 2008 (Hacklerpension u. a.) bringe budgetären Spielraum. "Grundsätzlich gilt: Bevor wir über Steuererhöhungen reden, müssen wie über Sparpotenziale und Reformen reden! Ich appelliere an Politik und Sozialpartner: Die Zeit ist reif für eine Reform- und Erneuerungsgemeinschaft, die das Ganze im Auge hat, die gemeinsam alles unternimmt, um aus der Schulden- und Krisenfalle herauszukommen", trat Schmalz für einen "Zukunftspakt" ein. Eine Absage erteilte der Präsident einer von den Gewerkschaften ins Spiel gebrachten Arbeitszeitverkürzung, einer Verschlechterung der Gruppenbesteuerung oder generell Parolen "gegen die Reichen". "Wer jetzt auf Klassenkampf setzt, höhlt eine der wichtigsten Zukunftsressourcen Österreichs aus, die Gesprächsfähigkeit zwischen den Interessenverbänden. Es gibt keinerlei Anlass, diese österreichische Tugend ausgerechnet in der Krise zu entsorgen."
Das Land Salzburg habe sich in der Krise tapfer geschlagen, meinte Schmalz, auch dank der guten Abstimmung zwischen Landespolitik und Wirtschaftskammer bzw. den Sozialpartnern und der Bereitschaft der Betriebe, ihre Mitarbeiter zu halten. Aber auch Salzburg habe Wachstumsbremsen zu lösen, etwa bei Infrastrukturmaßnahmen und in der Bürokratie: "1,8 Mill. Euro an Kosten für die Einreichunterlagen und 38.000 Kopien, um in Salzburg eine Seilbahnverbindung zu bauen! Das sind teure Hürden, die vor der Zukunft abmauern." Salzburgs Wirtschaft brauche jedoch ein Klima des Aufbruchs, der positiven Signale, der Ermutigung. "Das wird für uns alle auf Landesebene eine Aufgabe für die kommenden fünf Jahre!"
Bildtexte:
Das Präsidium der Wirtschaftskammer Salzburg gemeinsam mit WKÖ-Präsident Leitl und der Spitze der Landesregierung (v. l.):
WKÖ-Präsident Dr. Christoph Leitl, Vizepräsident KommR Mag. Peter Genser, Präsident KommR Julius Schmalz, Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller, Vizepräsident Dr. Peter Unterkofler und LHStv. Dr. Wilfried Haslauer. Nicht im Bild Vizepräsident KommR Helmut Haigermoser und Vizepräsidentin Andrea Stifter.
Foto: Neumayr
KommR Julius Schmalz wurde in der konstituierenden Sitzung des Wirtschaftsparlaments von den Delegierten zum neuen Präsidenten der WK Salzburg gewählt. WKÖ-Präsident Dr. Christoph Leitl (rechts) gratulierte dem neu gewählten Präsidenten.
Foto: Neumayr
Neu ins Präsidium der WK Salzburg zogen als Vizepräsidenten Dr. Peter Unterkofler und Andrea Stifter ein.
Fotos:
Unterkofler/Foto: Neumayr
Stifter/Foto: WB

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