• 04.05.2010, 17:00:19
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"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Angepatzte Westen" (Von Kurt Horwitz)

Ausgabe vom 05.05.2010

Wien (OTS) - Anstand ist ein Fremdwort in der heimischen
Innenpolitik. Selten bekommt man das so deutlich vorgeführt wie in
diesen Tagen.

Da gibt sich Karl-Heinz Grasser als super-sauberer Träger stets
blütenweißer Westen. Juristisch stimmt das vielleicht sogar, wenn
Grasser alle strafrechtlichen Grenzen beachtet hat.

Dass seine Freunde und späteren Geschäftspartner profitiert haben,
streitet Grasser nicht ab. Er hat nach eigenen Worten nur niemals
etwas gewusst und selber nicht kassiert. Für eine weiße Weste ist das
zuwenig.

Grasser ist aber nicht der einzige, für den Anstand ein Fremdwort
ist. Ex-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (SPÖ) wechselt fast nahtlos
aus dem Aufsichtsrat des Baukonzerns Alpine in jenen eines
unmittelbaren Konkurrenten, nämlich der Strabag von Hans-Peter
Haselsteiner. Das ist juristisch zulässig, gilt in
Wirtschaftskreisen aber als Riesen-Schweinerei.

Grasser und Gusenbauer: Zwei völlig unterschiedliche
Persönlichkeiten, aber beide ein Symbol für den Verlust an Anstand,
der Österreichs Parteien auszeichnet. Ein Glück, dass beide nicht
mehr in der Politik tätig sind.

Rückfragehinweis:
Vorarlberger Nachrichten, Chefredaktion, Tel.: 0664/80588382

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