- 04.05.2010, 13:02:47
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Verkehrskonzept für den Bregenzerwald vorgestellt
LH Sausgruber und LR Rüdisser: Orientierungshilfe für die Verkehrsplanung der nächsten zehn bis 15 Jahre
Bregenz (OTS/VLK) - Das Land Vorarlberg hat mit dem
Verkehrskonzept 2006 eine neue verkehrspolitische Leitlinie mit
strategischen Handlungsschwerpunkten erarbeitet. Zudem unterstützt
das Land auch mehrere regionale Verkehrskonzepte, unter anderem jenes
der Region Bregenzerwald. Das Konzept soll eine Orientierungshilfe
für die Verkehrsplanung der nächsten zehn bis 15 Jahre im
Bregenzerwald bieten, informierten Landeshauptmann Herbert Sausgruber
und Verkehrslandesrat Karlheinz Rüdisser im heutigen (Dienstag)
Pressefoyer im Landhaus.
"In Abstimmung mit den Gemeinden und der Regio Bregenzerwald
wurden gemeinsam mit dem Amt der Vorarlberger Landesregierung
Verkehrsprobleme und Aufgaben in der Region identifiziert, aber auch
die besonderen Verhältnisse in einzelnen Gemeinden berücksichtigt",
erläuterte Landesrat Rüdisser: "Auch die zukünftige Raum- und
Wirtschaftsentwicklung wurde in die Überlegungen einbezogen, ebenso
der Zusammenhang von Tourismus und Verkehr". Das Konzept wird heute,
Dienstag, Abend den Bürgerinnen und Bürgern im Angelika Kauffmann
Saal in Schwarzenberg präsentiert, informierte Projektleiter Jörg
Zimmermann.
Ausgangssituation
Landesrat Rüdisser ging auf die Ausgangslage ein: Mit dem
Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum der letzten Jahrzehnte
einhergehend sind die Verkehrszahlen gestiegen: in Alberschwende
beträgt der durchschnittliche Werktagsverkehr (2008) etwa 9.000 Kfz
pro Tag, Au wird von mehr als 5.000 Kfz pro Tag durchfahren. Die
tägliche Mobilität wird überwiegend mit dem Pkw (56 Prozent der Wege)
erledigt, auf öffentliche Verkehrsmittel entfallen 16 Prozent der
Wege. "Der Radverkehrsanteil spielt mit sechs Prozent - der
Landesdurchschnitt liegt bei 15 Prozent - eher eine untergeordnete
Rolle, ist aber unter Berücksichtigung der Topographie im
Bregenzerwald beachtlich," sagte Rüdisser. Der öffentliche Verkehr
stelle nach dem Fahrplanwechsel 2009 objektiv und auch in der
Einschätzung der Gemeinden ein gutes Angebot bereit.
"Auslöser des Verkehrskonzeptes Bregenzerwald waren letztlich
mehrere Ausbauvorhaben in den Schigebieten - der Zusammenschluss von
Mellau und Damüls, von Warth und Schröcken, von Warth und Lech sowie
das Projekt Diedamskopf," betonte Anton Wirth, Obmann der Regio
Bregenzerwald. Diese Projekte lasse in den verkehrsreichsten
Gemeinden an Spitzentagen Verkehrszunahmen erwarten. Aber auch im
Hinblick auf den zunehmenden Schwerverkehr werde insbesondere von den
an den Routen ins Rheintal gelegenen Gemeinden Handlungsbedarf
gesehen, so Wirth.
Ziele und Schwerpunkte der nächsten zehn bis 15 Jahre
Die Verkehrspolitik im Bregenzerwald soll unter Berücksichtigung
der unterschiedlichen Bedürfnisse und Anforderungen der Gemeinden
schrittweise akkordiert werden, mit folgenden Zielen:
- keine Zunahme der Verkehrsbelastungen in den Gemeinden am "Eingang"
des Bregenzerwaldes. Die Verkehrsbelastungen durch den Kfz-Verkehr
sollen insgesamt nicht weiter steigen. Dazu soll der
Verkehrswiderstand entlang der L200 erhöht werden.
- Deutliche Erhöhung des Radverkehrsanteils von derzeit 6 Prozent.
Die überörtlichen Radrouten sowie lokale Radverkehrsnetze sollen
ausgebaut sowie eine gemeinsame, gemeindeübergreifende
Radverkehrskampagne durchgeführt werden.
- Weitere nachfrageorientierte Verbesserungen beim öffentlichen
Verkehr: Der Busverkehr soll weiter optimiert, die
Haltestellenqualität in einigen Gemeinden verbessert werden.
- Offene Diskussion über Tempo 30 in den Gemeindezentren - bauliche
Maßnahmen werden dafür in einzelnen Fällen erforderlich sein. In
einigen Gemeinden wie Egg, Langenegg und Lingenau sind bereits Ideen
für Gestaltungsmaßnahmen vorhanden.
- In Anlehnung an das Landesverkehrskonzept soll auf den
Landesstraßen im Bregenzerwald höchstens Tempo 80 gelten, in den
Ortsgebieten, also innerhalb der Ortstafeln (mit Ausnahme der
Zentren) wenn möglich Tempo 50. Vereinheitlichung der Schutzwege und
anderer Querungshilfen.
- Verkehrserzeugende Projekte sollen nach den Grundlagen und
Mechanismen des Nutzen- und Lastenausgleichs umgesetzt werden. Dabei
sind sogenannte Mobilitätskonzepte vorzusehen, welche die
Auswirkungen von Verkehrsprojekten ausweisen - heisst konkret: Eine
Gemeinde hat den Nutzen durch ein neues Projekt, andere Gemeinden
tragen die Lasten (beispielsweise ein erhöhtes Verkehrsaufkommen) -
die negativen Auswirkungen sollen schon bei der Projektplanung
berücksichtigt werden, betonte Regio-Obmann Wirth.
www.vorarlberg.at/verkehr
www.regiobregenzerwald.at
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