Verbrennungsmotor bleibt das Maß der Dinge

31. Internationales Wiener Motorensymposium 29./30. April 2010

Wien (OTS) - Überzogene Hoffnungen auf einen kurzfristigen Umstieg auf die Elektro-Mobilität wurden während des Freitag Nachmittag in Wien zu Ende gegangenen zweitägigen 31. Internationalen Wiener Motorensymposiums gedämpft. Der Tenor zahlreicher Vorträge hochrangiger Experten: Der Verbrennungsmotor bleibt das Maß der Dinge.

"Höchst effiziente Diesel- und Ottomotoren werden noch auf längere Sicht die treibende Kraft für das Automobil bleiben - im Individualverkehr mit Personenwagen, insbesondere auf Langstrecken, und vor allem beim Gütertransport im Schwerverkehr", formulierte es etwa Dr. Thomas Weber, Forschungs-Vorstand der Daimler AG, in seinem Schlussvortrag. Obwohl Daimler intensiv an der Entwicklung von Elektroautos mit Batterie und Brennstoffzellenantrieb arbeite und mit dem Smart fortwo electric drive und der Mercedes B-Klasse F-Cell bereits zwei Elektroautos auf die Straße gebracht habe, gebe es für den reibungslosen und komfortablen Betrieb noch eine Reihe von Einschränkungen. Diese liegen zum einen in der zurzeit noch nicht vorhandenen Tank- beziehungsweise Ladeinfrastruktur und zum anderen noch an den sehr hohen Fahrzeugkosten aufgrund kleiner Stückzahlen. Dr. Weber: "Es wird eine lange Phase des Nebeneinander geben."

Als "nächsten Schritt in der Hybridtechnologie von Daimler" kündigte Dr. Weber einen Plug-in-Hybrid an, der nach seinen Worten bereits in der nächsten Mercedes S-Klasse auf den Markt komme und bis zu 30 Kilometer rein elektrisch fahren könne. Der Antrieb besteht aus einem neuen V6-Benziner mit Direkteinspritzung, einem Hybridmodul mit rund 44 kW/60 PS Leistung und einer Lithium-Ionen-Batterie mit mehr als 10 kWh Speicherkapazität. Verbrauch dank CO2-Bonus für batterieelektrischen Fahrbetrieb: 3,2 l/km. Dr. Weber: "Er ist damit das erste Dreiliterauto in der Luxusklasse."

Harald J. Wester, oberster Technikchef der Fiat Gruppe und CEO von Alfa Romeo und Maserati, ging in seinem Vortrag davon aus, dass die Pkw-Technologie für einige Jahrzehnte weiter von Verbrennungsmotoren dominiert sein werde. Die Elektromobilität sei zwar wünschenswert, jedoch in diesem Jahrzehnt und in großen Stückzahlen wegen technischer und wirtschaftlicher Nachteile der Batterien nicht realisierbar.

An dem jährlich stattfindenden Internationalen Wiener Motorensymposium nehmen 1000 Motorenexperten aus der ganzen Welt teil. Es handelt sich um den weltweit größten derartigen Kongress. Veranstalter ist Univ.-Prof. Dr. Hans Peter Lenz, Vorsitzender des Österreichischen Vereins für Kraftfahrzeugtechnik (ÖVK).

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