"KURIER"-Kommentar von Josef Votzi: "Die Kardinalfrage"

Schönborn will reinen Tisch machen. Dazu gehört Großzügigkeit für alle Opfer.

Wien (OTS) - Unter dem Dach der Kirche kümmert sich die
steirische Ex-VP-Landeshauptfrau um Missbrauchs-Opfer. Die Klasnic-Kommission genießt nach der Kür von Spitzen-Experten wie Ex-Jugendgerichtshofchef Udo Jesionek und Psychiater Reinhard Haller jetzt den beim Start fehlenden Vertrauensvorschuss.
Gestern suchte eine "Plattform Opfer kirchlicher Gewalt" politischen Schutz unter dem Dach des Hohen Hauses. Sie wollen bei der Offenlegung ihrer Fälle an jener Kirche, die die Täter jahrzehntelang gedeckt hatte, nicht einmal mehr anstreifen (Bericht Seite 20). Hunderte Opfer haben sich inzwischen da wie dort gemeldet. Um die Kardinalfrage drücken sich Kirche und Staat noch:
Wie will man den Schaden an den Opfern wiedergutmachen? Zur Debatte steht die Bezahlung von Therapiekosten, aber auch Schmerzensgeld aus einem kirchlichen Opferfonds.
Für Missbrauchsopfer zählt am Ende der Kommissionstage aber nur eines: Wie werden sie weiter damit leben können, was ihnen unter dem Deckmantel des Schweigens und Vertuschens angetan wurde? Wenn die Kirche den "dramatischen" (Kardinal Schönborn) Vertrauensverlust nachhaltig aufhalten will, wird sie einen großzügigen Schritt auf alle Opfer zumachen müssen.

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