"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: "Billiger Stimmenfang"

Es ist unverantwortlich, die Griechen-Hilfe zum Wahlkampf-Thema zu machen.

Wien (OTS) - Es war zu erwarten. Die Hilfe für Griechenland (Bericht Seite 11) wird zum Wahlkampf-Thema. Der vom Hofburg-Ergebnis geschockte FPÖ-Chef Strache schmeißt sich begierig drauf. Es sei Irrsinn, dass die Regierung nicht ausschließt, den heimischen Beitrag von 858 Millionen auf zwei Milliarden aufzustocken. Er werde dagegen kämpfen: "Österreichisches Geld muss den Österreichern zugute kommen." Und: Raus mit den Griechen aus der Euro-Zone! - Das kommt an bei den kleinen Leuten. Auch das fußmarode BZÖ versucht, seine potenzielle Anhängerschaft zu bedienen. Österreich müsse ein Veto gegen die Unterstützung einlegen. Und: Griechenland sollte freiwillig aus der Euro-Zone. - Das kommt an bei den Kleinunternehmern.
Es ist fahrlässig, angesichts der Dramatik der Lage auf der Populismus-Orgel zu spielen. Es geht nicht nur um das Urlaubsland im Süden. Es geht darum, zu verhindern, dass Europa in die nächste Krise schlittert. Die käme teurer als die Not-Kredite, die jetzt zu vergeben sind.
Um sich nicht dem Vorwurf auszusetzen, Milliarden freihändig zu vergeben, sollten Rote und Schwarze die Finanzhilfe im Parlament absegnen lassen. Dann können Blaue und Orange ja beweisen, dass sie zu mehr als zum billigen Opponieren befähigt sind.

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