Tag der Arbeitslosen: Arbeitslosigkeit und Armut gehen Hand in Hand

609 Euro Notstandshilfe: Realität in Niederösterreich

Wien (OTS) - Der "Tag der Arbeitslosen" am 30. April gibt wenig Anlass zum Feiern. ArbeitslosengeldbezieherInnen in Niederösterreich bekamen 2009 im Durchschnitt 813 Euro monatlich. NotstandshilfebezieherInnen sogar nur 609 Euro. "Damit liegen sie unter der Armutsgefährdungsgrenze von 951 Euro monatlich. Das Arbeitslosengeld muss auf 70 Prozent des Nettogehalts angehoben werden, die jetzigen 55 Prozent sind inakzeptabel. Österreich hinkt hier hinterher", erklärt AKNÖ-Präsident Hermann Haneder.

In Niederösterreich waren im Jahr 2009 im Durchschnitt 43.790 Menschen arbeitslos gemeldet. Dazu kamen 10.163 in Schulungen. Im Schnitt belief sich das Arbeitslosengeld auf 813 Euro monatlich und liegt damit unter der Armutsgefährdungsgrenze* von 951 Euro. Ein genauer Blick auf beispielsweise den September 2009 zeigt, dass sich 73,3 Prozent der ArbeitslosengeldbezieherInnen unter der Armutsgefährdungsgrenze von 951 Euro befanden. Arbeitslosigkeit und Armutsgefährdung gehen immer noch Hand in Hand. "Ich werde nicht müde, eine Anhebung des Arbeitslosengeldes zu fordern und bin erst zufrieden, wenn eine Annäherung an die in Europa durchschnittlichen 70 Prozent des letzten Nettogehalts erreicht ist. Österreich ist eines der Schlusslichter in Europa", sagt AKNÖ-Präsident Haneder. "Unter diesen Bedingungen ist es sehr schwierig über die Runden zu kommen. Wenn man in so einer Situation keinen Rückhalt in der Familie oder durch Freunde hat, ist man stark armutsgefährdet", sagt Haneder. "Schon in Haushalten mit nur einem arbeitslosen Menschen steigt die Armutsgefährdungsquote sprunghaft auf 35 Prozent an, lebt eine langzeitarbeitslose Person im Haushalt, sind sogar 41 Prozent dieser Haushalte armutsgefährdet", weiß AKNÖ-Wirtschaftsexpertin Claudia Tschernutter.

NotstandshilfebezieherInnen in Niederösterreich bekamen 2009 im Durchschnitt 609 Euro monatlich. Besonders gering war der Notstandshilfebezug von Frauen - sie bekamen im Schnitt nur 516 Euro monatlich. "Darüber hinaus bekamen im September 2009 in Niederösterreich rund 630 Frauen wegen der Anrechnung des Partnereinkommens gar keine Notstandshilfe. Männer sind mit 669 Euro Notstandshilfe im Schnitt zwar nicht gut dran, aber doch etwas besser. Hier macht sich der große Unterschied zwischen Männer- und Fraueneinkommen bemerkbar. Niedrige Fraueneinkommen bedeuten weniger Arbeitslosengeld und später weniger Pension", sagt Sozialrechtsexpertin, Mag. Silvia Feuchtl. Insgesamt kam es im vergangenen Jahr wegen Anrechnung des Partnereinkommens zu 3.148 Ablehnungen bzw. zur Einstellung des Bezugs von Notstandshilfe in Niederösterreich. Betroffen waren in 85,8 Prozent der Fälle Frauen.

Eine scharfe Absage erteilt der AKNÖ-Präsident einer allfälligen Kürzung des Arbeitsmarktbudgets im Zuge der Budgetkonsolidierung. Absolut positiv seie die Einführung der bedarfsorientierten Mindestsicherung zu sehen, weil sie einerseits Menschen in schwierigen sozialen Lagen helfe und andererseits dort die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt im Vordergrund stehe.

* Die Armutsgefährdungsgrenze eines Einpersonenhaushalts liegt bei 951 Euro.

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