Chalupka: Inklusive Bildung hilft allen

Anlässlich des Monitoringausschusses verstärkt Diakonie Forderung nach flächendeckender Umsetzung

Wien (OTS) - "Inklusive Bildung hilft allen Kindern! Jene mit Behinderungen können sich an den stärkeren orientieren, Kinder ohne Behinderungen profitieren von den besonderen Lernsituationen, die geschaffen werden", hält Michael Chalupka/Direktor der Diakonie Österreich anlässlich der öffentlichen Monitoringausschusssitzung gestern in Parlament fest. "Projektbasiertes arbeiten, Kleingruppen und Gegenseitigkeit sind Arbeitsweisen, die heutzutage von jedem Unternehmen eingefordert werden. Darum ist inklusive Bildung auch für Kinder ohne Behinderungen unerlässlich."

Noch immer gibt es große Unterschiede in der Bildungspolitik in Österreich. Laut österreichischem Bildungsbericht sind Chancen nach wie vor ungleich verteilt, so ist es z.B. für einen Buben in Vorarlberg 2,4-mal wahrscheinlicher sonderpädagogischen Förderbedarf erteilt zu bekommen, als für ein Mädchen in der Steiermark. Auch die Integrationsquoten, die angeben, wie viele Kinder mit sonderpädagogischen Förderbedarf gemeinsam mit anderen SchülerInnen unterrichtet werden, variieren stark zwischen den Bundesländern (z.B. in Niederösterreich 32,04 Prozent im Gegensatz zur Steiermark: 82,37 Prozent)

Zudem ist die Möglichkeit für einen integrativen Schulbesuch für Kinder mit Behinderungen derzeit per Gesetz nur bis zur achten Schulstufe möglich - viele Kinder müssen dann, um wenigstens noch einige wenige Jahre Bildung erfahren zu können, nach der integrativen Schule in die Sonderschule wechseln. "Dass nur mit einem solchen Wechsel Bildung für Kinder mit Behinderungen möglich ist, ist beschämend für Österreich", so Chalupka. "Der Wechsel zu inklusiven Schulen muss so schnell wie möglich vollzogen werden - jedes verlorene Jahr ist auch ein verlorenes Jahr für alle unsere Kinder!"

Chalupka abschließend: "Würde Bildung in Österreich inklusiv gestaltet werden, würden alle Menschen in Österreich davon profitieren. Zusätzlich könnte man sich danach Sensibilisierungsprogramme sparen, denn die Sensibilisierung hätte bereits im Kindesalter begonnen."

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