ARBÖ: 94 Prozent haben die Warnweste im Auto immer dabei

Sehr gute Bilanz nach fünf Jahren Warnwestenpflicht in Österreich, Vorbild für ganz Europa

Wien (OTS) - 94 Prozent aller Autofahrer in Österreich haben die Warnweste im Auto immer dabei, das ergibt eine aktuelle Umfrage des ARBÖ bei über 1.000 Befragten. Nur eine kleine Minderheit von sechs Prozent sind notorische Warnwestenverweiger. "In nur fünf Jahren hat die Warnweste die volle Akzeptanz einer breiten Mehrheit geschafft", zieht der Generalsekretär des ARBÖ, Peter Stuppacher am Donnerstag in einer Pressekonferenz eine stolze Bilanz nach fünf Jahren Warnwestenpflicht in Österreich.

Zum Vergleich: Vor drei Jahren hatten erst 83 Prozent das reflektierende Kleidungsstück dabei, während es 17 Prozent verweigerten. Die Versorgung mit Warnwesten in den Autos geht weit über die gesetzlichen Vorschriften hinaus. Obwohl gesetzlich nur eine einzige Warnweste (für den Lenker) vorgeschrieben ist, haben 78 Prozent gleich zwei oder noch mehr Exemplare im Fahrzeug liegen. Gesichert sein sollen im Falle des Falles alle, die aus dem Fahrzeug aussteigen.

"Sehr erfreulich ist, dass die schützende Warnweste zu 88 Prozent im Innenraum verstaut ist, meistens griffbereit im Seiten- oder Handschuhfach", hebt der ARBÖ-Generalsekretär hervor. Nur 12 Prozent verbannen das rettende Utensil in den Kofferraum, begeben sich durch Aussteigen und im Kofferraum suchen jedoch nur unnötig in Gefahr.

30 Prozent aller Autofahrer haben die Warnwesten schon mindestens einmal benutzt, vor allem nach Pannen oder Unfällen auf der Autobahn. Dass sie damit gut gefahren sind, zeigt ein Blick in die Unfallbilanz der Statistik Austria: "Die einschlägigen Unfälle auf der Autobahn sind seit Einführung der Warnwestenpflicht um eindrucksvolle 39 Prozent zurückgegangen, die Zahl der Verunglückten sogar um 53 Prozent. Anders gesagt, gab es im Schnitt 29 verunglückte Menschen bzw. 14 Unfälle pro Jahr weniger." Verglichen wurde dabei die Entwicklung typischer Autobahn-Unfälle ("Auffahrunfälle auf stehende Objekte" und "Fußgängerunfälle") in den drei Jahren vor und nach Einführung der Warnwestenpflicht in Österreich am 1. Mai 2005, sowie in den Jahren danach.

Den Sicherheitsvorteil für Warnwestenträger führt eine blickwissenschaftliche Studie von viewpointsystems/EPIGUS vor Augen, die im Auftrag des österreichischen Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (Verkehrssicherheitsfonds) und des ARBÖ Anfang des Jahres durchgeführt wurde. Wichtigstes Ergebnis: Wer in der Nacht auf dem Pannenstreifen steht und eine Warnweste trägt, wird von den anderen Autofahrern mindestens vier Sekunden vor dem Vorbeifahren gesehen. Bei einer Fahrtgeschwindigkeit von 110 km/h ist man also 120 Meter vorher sichtbar. "Ohne Warnweste hat man praktisch keine Chancen, von anderen Verkehrsteilnehmern gesehen zu werden."

"In Sachen Warnweste hat sich Österreich in den letzten fünf Jahren zu einem Vorzeigeland für ganz Europa entwickelt, sowohl was den Einsatz, als auch die Auswirkung betrifft", fasst der ARBÖ-Generalsekretär zusammen. In seiner Funktion als Präsident des Verbunds Europäischer Automobilclubs (EAC) hat Stuppacher Anfang März gemeinsam mit dem Europa-Abgeordneten Mag. Jörg Leichtfried eine Initiative gestartet, mit dem ehrgeizigen Ziel, den Einsatz von Warnwesten europaweit zu vereinheitlichen - prominent unterstützt von Österreichs Verkehrsministerin, Doris Bures. Konkret wurde eine schriftliche Anfrage bei EU-Verkehrskommissar Siim Kallas eingebracht, auf die die Kommission bis Mitte Juni reagieren muss. Darin wurde eine Mitnahme- und Tragepflicht von Warnwesten für Pkw-Fahrer und eine einheitliche Verwendung von Warnwesten in ganz Europa gefordert, zumindest auf Autobahnen und Schnellstraßen. Außerdem wurde empfohlen, dass im Bedarfsfall nicht nur der Lenker die Weste tragen soll, sondern auch alle anderen, die das Fahrzeug verlassen. Kontaktiert werden auch die Verkehrsminister aller EU-Staaten, alle Europa-Abgeordneten und Mitglieder des Verkehrsausschusses im Europa-Parlament.

Der Zeitpunkt für eine EU-weite Harmonisierung ist überfällig. Denn in Sachen Warnweste gleicht Europa einem Fleckerlteppich. In 14 EU-Staaten ist dieser Bereich noch gar nicht geregelt, darunter in sehr bevölkerungsreichen, wie Deutschland. Eine Warnwestenpflicht gibt es derzeit in 13 von 27 EU-Mitgliedsstaaten: Belgien, Bulgarien, Finnland, Frankreich, Italien, Luxemburg, Österreich, Portugal, Rumänien, Spanien, Slowakei, Slowenien und Ungarn. Allerdings ist der Einsatz der Warnweste in diesen Ländern unterschiedlich geregelt. "Unterschiedliche Insellösungen bei offenen Grenzen machen keinen Sinn, schon gar nicht wenn rasches Handeln lebensrettend sein kann", betont Stuppacher.

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