"KURIER"-Kommentar von Josef Votzi: "Rüstig sieht anders aus"

Der ÖGB feiert seine ersten 65 Jahre zu Recht. Für die Zukunft schaut er uralt aus.

Wien (OTS) - Die Gewerkschaft hat allen Grund, ihren 65.
Geburtstag zu feiern. Ohne die Sozialpartnerschaft und damit "ohne den ÖGB gibt es die Erfolgsgeschichte der Zweiten Republik nicht"(AK-Chef Herbert Tumpel).
65 Jahre sind heutzutage kein Alter mehr, um nicht weiter hochaktiv zu sein. Aber wie rüstig ist der Jubilar? Die Gewerkschaft verliert jedes Jahr ein paar Zehntausend Mitglieder. Nur noch jeder dritte Beschäftigte ist gewerkschaftlich organisiert. Sind die Menschen gewerkschaftsmüde - oder ist die Gewerkschaft altersmüde geworden? Die heute 20- bis 30-Jährigen können mit dem Opa ÖGB nichts mehr anfangen. Sie hecheln sich immer öfter ohne feste Anstellung von Projekt zu Projekt. Das wachsende Heer der "atypisch" Beschäftigten ist bei den Arbeitnehmer-Funktionären bestenfalls ein Randthema. Den Ton geben immer noch die satten Besitzstandswahrer an. Aktuelle Kostprobe gefällig? Beamtengewerkschafter Fritz Neugebauer wehrt sich im KURIER-Interview gegen die moderaten Einsparungspläne der Beamtenministerin so: "Bei uns wird seit Jahrzehnten eingespart. Weitere Einschnitte können wir nicht mehr verkraften. Wir haben zunehmend Burn-outs ..." Diese Steinzeit-Rhetorik macht den reschesten 65er uralt.

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