BZÖ-Bucher: Griechenland soll aus der Euro-Zone austreten

Wien (OTS) - "Nicht nur im Interesse der anderen Eurozonen-Länder, sondern auch im eigenen Interesse, soll Griechenland aus der Eurozone austreten", forderte heute BZÖ-Bündnisobmann Abg. Josef Bucher bei einer Pressekonferenz. Griechenland hätte es dadurch besser in der Hand, aus eigener Kraft heraus einen gesunden Weg anzutreten, so Bucher.

Es werden noch viele Schwachstellen Griechenlands offenkundig werden, warnte Bucher. Auch wisse man nicht, wohin die Reise gehe und Griechenland werde zu einem veritablen Problem der ganzen Eurozone. "Wahrscheinlich werden in nächster Zukunft noch einige Leichen im Keller auftauchen und die Eurozone wird durch dieses Budgetdesaster Griechenlands vor eine schwierige Aufgabe gestellt", erklärte Bucher. "Es besteht daher akuter Handlungsbedarf, da insgesamt die Eurozone in Gefahr gerät. Das sieht man schon daran, dass die Stärke des Euro nachlässt und erste Spekulationen einsetzen".

Der Konsolidierungsweg, den sich Griechenland von den Euroländern erwarte, sei mit hohen Beträgen gepflastert. So müssten etwa Deutschland bis 2013 bis zu 30 Milliarden Euro und Österreich drei Milliarden Euro aufbringen, um Griechenland zu konsolidieren. Überdies gebe es keine Garantie, ob diese Gelder zurückfließen werden und das sei ein sehr großes Risiko für die Kreditgeber-Länder. "Es gibt keine Garantie, ob Griechenland tatsächlich seine Strukturprobleme in den Griff bekommt und auch Reformen durchzieht", betonte Bucher.

Überdies stelle sich zunehmend heraus, dass Griechenland die Kriterien niemals auf "normalen Weg" erfüllt hätte, um Mitglied der Eurozone zu werden. "Es gab eine Reihe von Falschinformationen. Die EU hat nicht genau kontrolliert, ob die griechischen Angaben auch stimmen", erklärte Bucher.

Auch finde es die griechische Regierung nicht der Mühe wert, ihr Parlament einzubinden, wie sie konsolidieren möchten. "Das ist kein sauberer demokratischer Weg", meinte Bucher. "Daher ist es nicht in Ordnung, wenn nun ganz Europa die Zeche dafür zahlen soll".

"Auch sind Daten nach Brüssel und Strassburg gemeldet worden, die nicht der Wirklichkeit entsprachen. Das muss einfach Konsequenzen nach sich ziehen. Man kann Griechenland nicht freisprechen und ihnen damit einen Freischein und einen Blankoscheck ausstellen. Das ist ein falsches Signal, das man den anderen Mitgliedsländern, die auch vor schwierigen Situationen und großen Herausforderungen stehen - wie etwa Italien, Spanien, Portuga l- aussendet.

Der einzig zielführende Weg wäre es, Griechenland aus der Eurozone herauszunehmen. "Griechenland soll sich daher selbstständig mit einer eigenen Währung retten, könnte mit einer Währungsabwertung einen Gesundungsweg antreten und über die Inflation ihren Haushalt finanzieren", sagte Bucher.

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