Mitteleuropäische Industrie: Öffentliche Verschuldung größte Gefahr für wirtschaftliche Erholung Europas

IV-GS Beyrer auf Treffen der MOE-Arbeitgeberverbände: Integrierte europäische Industriepolitik notwendig - Wachstumspotenziale entfesseln, Wettbewerbsfähigkeit stärken

Sofia (OTS/PdI) - "Wir müssen rasch die notwendigen Schritte zur Konsolidierung der öffentlichen Haushalte in Europa setzen, denn die öffentliche Verschuldung droht zur größten Gefahr für die wirtschaftliche Erholung zu werden", erklärte der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV) Mag. Markus Beyrer heute, Dienstag, auf dem Treffen der Mitteleuropa-Gruppe der europäischen Industrie- und Arbeitgeberverbände in Sofia, Bulgarien. "Europa leidet noch immer ganz besonders unter den Auswirkungen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise. Die EU-Kommission ist dazu aufgerufen, rasch die richtigen Schritte zu setzen, um hier die Trendwende zu schaffen", betonte der IV-Generalsekretär. "Nach einem Einbruch des Wachstums von vier Prozent in der EU im vorigen Jahr spüren wir heuer mit 0,7 Prozent Wachstum bestenfalls schwachen Rückenwind. Europa ist die einzige Region der Welt, die unterdurchschnittlich wächst." So werde das reale Wachstum heuer in den USA, Brasilien, Indien und China um jeweils den Faktor drei, fünf, neuen oder gar 12 höher ausfallen als in der EU.

Ohne die notwendigen strukturellen Reformen und damit Einsparungen auf der Ausgabenseite, würden sich nachhaltige Wohlstandsverluste nicht verhindern lassen, da "wir ansonsten jede Bewegungsfreiheit für notwendige Zukunftsinvestitionen in Bildung, Forschung und Entwicklung sowie Infrastruktur verspielen." Neben der Exit-Strategie brauche es aber auch eine Entry-Strategie, um das Potentialwachstum zu erhöhen, betonte Beyrer: "Die schwer getroffene europäische Industrie bleibt der Anker für Beschäftigung und Wohlstand. Nur wir können Europa am ehesten aus dieser Krise führen." Um die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie der EU zu stärken, sei die "EU-Kommission dazu aufgerufen, den Ansatz einer integrierten Industriepolitik zu berücksichtigen." Die IV und ihre Schwesterverbände in Mittel- und Osteuropa seien sich einig, dass ein solcher vernetzter Ansatz vor allem die Bereiche weitere Flexibilisierung der Arbeitsmärkte, stärkere Koordination im Bereich F&E sowie eine vernünftige und leistbare Umweltpolitik berücksichtigen müsse. "Alle Maßnahmen und Regulierungen müssen auf ihre Auswirkungen auf Wachstum und Beschäftigung überprüft werden", so Beyrer. "Wir dürfen das Potenzial der europäischen Industrie nicht bremsen, sondern müssen Investitionsbremsen lösen und damit neues Wachstum entfesseln."

Ein weiterer wichtiger Pfeiler in diesem Zusammenhang sei die Donauraumstrategie: "Wir verstehen uns in Österreich als natürlicher Partner der MOE-Region - immerhin haben gerade wir ganz besonders von Ostöffnung und EU-Erweiterung profitiert", so Beyrer, der darauf hinwies, dass Österreich mittlerweile der größte Investor in Bulgarien sei. Neben der besseren Nutzung des Transportweges Donau sowie einer besseren Koordination in standort- und umweltpolitischen Fragen gelte es allgemein die Verkehrs-, Energie- und IKT-Infrastruktur in der Region zu optimieren, "damit die MOE-Region wieder zum Wachstumsmotor Europas wird". Seiten der EU-Kommission erwarten sich die Industrieverbände daher "ein klares Bekenntnis zur Bedeutung der Donaustrategie und der gesamten Region für Europa, um bei Wachstum, Beschäftigung und Wohlstand nicht weiter hinter den Rest der der Welt zurückzufallen", betonte Beyrer

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