WKÖ und AK fordern mehr LKW-Parkplätze für mehr Verkehrssicherheit

Gemeinsame Veranstaltung von Wirtschaftskammer und Arbeiterkammer beleuchtet Perspektiven und Lösungen für den Arbeitsplatz Autobahn

Wien (OTS) - Das LKW-Aufkommen auf Autobahnen in Österreich und Europa ist in den letzten Jahren rasant gestiegen. Die Zahl der LKW-Parkplätze konnte damit hingegen nicht Schritt halten. In einer gemeinsamen Veranstaltung der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und der Arbeiterkammer Wien, die heute Dienstag in Wien stattgefunden hat, wurden die Konsequenzen der unbefriedigenden Parkplatzsituation für die Verkehrssicherheit und für die LKW-FahrerInnen von hochkarätigen in- und ausländischen Experten diskutiert. Gestaltungs-und Kapazitätsanforderungen wurden ebenso beleuchtet wie das Rastplatzkonzept der ASFINAG, Praxisbeispiele aus anderen Ländern und die Erfordernisse für Gefahrgut- und Sondertransporte. AK und WKÖ fordern mehr qualitativ hochwertige LKW-Parkplätze für mehr Sicherheit auf den Straßen.

Michael Grubmann, Leiter der WKÖ-Abteilung für Verkehrs- und Infrastrukturpolitik, hob hervor, dass Lkw-Parkplätze und deren Einrichtungen ein bedeutendes Qualitätsmerkmal des österreichischen Autobahnen- und Schnellstraßennetzes seien. "Leider ist die Zahl der Parkplätze nicht überall in einem vergleichbaren Maß zur Entwicklung des Verkehrsvolumens gestiegen. Gerade zu Ferienzeiten wird dies besonders deutlich." Voll belegte Parkanlagen, die immer wieder von Fahrzeugen blockiert werden, die nicht zur Gruppe der Lastkraftwagen gehören, kennzeichnen diese verbesserungswürdige Situation.
Da der Wirtschaftsverkehr besonderen gesetzlichen Bestimmungen in Bezug auf maximale Lenkzeit und Arbeitspausen unterliegt, sei es wichtig, dass die Lenker von Fahrzeugen der Güterbeförderung ausreichend geeignete Parkplätze vorfinden. Diese müssten auch so konzipiert sein, dass sie in regelmäßigen Abständen entlang des österreichischen Hochleistungsstraßennetzes zur Verfügung stehen.

Für die AK stellt Sylvia Leodolter, Leiterin der AK-Abteilung Umwelt und Verkehr, dazu fest: "Gesetzlich vorgeschriebene Ruhezeiten und Pausen für Berufskraftfahrer erfordern ausreichende Lkw-Stellplätze. Für uns sind diese daher ein unverzichtbarer Bestandteil der Autobahninfrastruktur, die endlich genau so selbstverständlich sein müssen wie Straßenmarkierungen oder Auffahrten. Vor allem in der Nacht fehlen entprechende Rastplätze und Fahrer finden unzumutbare Rahmenbedingungen vor. Laut einer heute präsentierten neuen AK-Studie fehlen derzeit rund 1600 Plätz vor allem auf der A1, A2, A4, A9 und A10. Die AK setzt sich dafür ein, dass der Ausbau rascher und konsequenter vorangetrieben und als wichtige Aufgabe der österreichischen Verkehrspolitik gesehen wird. Neben der Ausstattung von Rastanlagen gehört unbedingt auch eine straßenseitige Information über die Parkplatzauslastung zu den zentralen Forderungen der AK. Nur dann können sinnlose An- und Ausfahrtsmanöver, die Arbeitszeit vergeuden und Umwelt und Anrainer unnötig belasten, vermieden werden."

Gudrun Thiemer, Bundesfachgruppensekretärin der Gewerkschaft vida, geht vor allem auf die Probleme aus Sicht der Lkw-LenkerInnen ein. "Überfüllte Parkplätze, parkende LKWs bis zurück zur Verzögerungsspur der Autobahn, hohe Strafen und mangelnde Sicherheit auf Parkplätzen führen dazu, dass die FahrerInnen sich gezwungen sehen, auf illegale und unsichere Parkmöglichkeiten auszuweichen. Neben einem ausreichenden Angebot an Stellflächen müssen aber auch Qualitätsstandards beachtet werden. Dazu gehören etwa eine bauliche Abtrennung zwischen Lkw-Parkplätzen und anderen Segmenten, die Möglichkeit für blendungsfreies und dem Straßenlärm abgewandtes Parken, vernünftige Sanitäranlagen und ein sinnvolles Vorinformationssystem über freie Parkplätze. Für die LenkerInnen ist aber auch die Sicherheit ein ganz wichtiges Thema. Daher müssen Beleuchtung, Kameraüberwachung oder Schutzzäune und Notrufsysteme dringend mitgedacht und geplant werden."

Heinz Schierhuber, stellvertretender Obmann des Fachverbandes der Güterbeförderung in der WKÖ, stellte fest, dass die Parkplätze auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen im internationalen Vergleich die Mindestanforderungen weitgehend abdecken und somit die österreichische Situation in Bezug auf die angebotene Qualität als zufriedenstellend angesehen werden könne. In puncto Quantität gebe es jedoch Aufholbedarf. "Es müssen unbedingt genug und flächendeckend LKW-Parkplätze zur Verfügung stehen. "Unsere Mitarbeiter sollen sich von ihrer anstrengenden Tätigkeit auf optimal ausgestatteten Lkw-Parkplätzen erholen können. Gut ausgeruhte Fahrzeuglenker sind ein Garant für Verkehrssicherheit, die schließlich in unser aller Interesse ist", so Schierhuber.

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