GBH: Mehr als 100.000 Arbeitsunfälle 2009

Internationaler Gedenktag für verunglückte Bau- und Holzarbeiter am 28. April

Wien (OTS/ÖGB) - In Österreich gab es im Jahr 2009 100.925 Arbeits- und Wegunfälle, davon verliefen 89 tödlich.* Johann Holper, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Bau-Holz (GBH), betont: "Das ist zwar ein erfreulicher Rückgang im Vergleich zum Vorjahr, aber keineswegs ein Grund, sich zufrieden zurückzulehnen. Jeder siebente Bauarbeiter war 2009 von einem Arbeitsunfall betroffen. Viele weitere Unfälle und auch Berufskrankheiten könnten vermieden werden, wenn die Präventionstätigkeit verstärkt würde und die ArbeitgeberInnen flächendeckend die gesetzlich geforderten Schutzeinrichtungen und -ausrüstungen zur Verfügung stellen würden." ++++

Die Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) erinnert daher anlässlich des Gewerkschaftlichen Gedenktages für die Opfer von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten, der seit über 20 Jahren jährlich am 28. April begangen wird, an ihre Forderungen für den Gesundheitsschutz für die arbeitenden Menschen. Beim Gedenkstein für verunfallte Bauarbeiter in Wien-Favoriten finden sich alljährlich an diesem Tag GewerkschafterInnen, BetriebsrätInnen und Bau- und HolzarbeiterInnen zusammen, um im Rahmen einer Gedenkfeier der vielen tausend Opfer von Arbeitsunfällen zu gedenken.

Bau eine der gefährlichsten Branchen

Im Bauwesen passierten 2009 allein 18.934 Arbeitsunfälle im engeren Sinn, davon verliefen 32 tödlich. Das bedeutet, dass jeder fünfte Arbeitsunfall in Österreich im Bauwesen passiert. Holper: "Sehr oft handelt es sich leider auch um sehr schwere Unfälle. 32(!!) der insgesamt 89 tödlich verunfallten ArbeitnehmerInnen waren 2009 im Bauwesen zu beklagen. Hinter diesen Zahlen stehen tragische menschliche Schicksale, das darf man nie vergessen. Erst vor zwei Wochen kam auf einer Autobahnbaustelle ein junger Kärntner Bauarbeiter ums Leben, praktisch täglich erleiden Bauarbeiter bei Unfällen schwere Verletzungen. Das Thema Sicherheit und Gesundheitsschutz darf deshalb nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Im Regierungsprogramm gibt es ein Bekenntnis, sich verstärkt dem Thema Prävention zu widmen. Bislang hat sich da jedoch noch viel zu wenig getan!"

Das bestätigt der ArbeitnehmerInnschutzexperte der GBH, Andreas Huss, MBA: "Dieses Thema muss offensiv angegangen werden. Wir brauchen eine begleitende und verpflichtende betriebliche Gesundheitsvorsorge über das gesamte Arbeitsleben und ein Arbeitsinspektorat, das sich wieder als Kontroll- statt als Beratungsorgan versteht. Für die Beratung gibt es die ArbeitsmedizinerInnen und Sicherheitsfachkräfte. Außerdem müssen die Arbeitgeber in aller Deutlichkeit daran erinnert werden, dass sie gesetzlich verpflichtet sind, für Schutzmaßnahmen zu sorgen, um Arbeitsunfällen und berufsbedingten Erkrankungen bzw. Berufskrankheiten vorzubeugen. Nach wie vor gehen 71 Prozent aller Bauarbeiter im Schnitt im Alter von 57 Jahren in Invaliditätspension. Wir betrachten es seit vielen Jahren als eine unserer Kernaufgaben als GewerkschafterInnen, hier Aufklärungsarbeit zu leisten - bei den ArbeitgeberInnen ebenso wie bei den ArbeitnehmerInnen. Mit unseren jährlichen UV-Schutz-Aktionen gelingt uns das ebenso wie z. B. mit Initiativen zu angepasstem Gehörschutz, Schutz vor Bauchemie, mit Sicherheitsschulungen für Jugendliche in Lehrbauhöfen und Berufsschulen uvm."

*Quelle: AUVA, Anerkannte Arbeitsunfälle ohne Wegunfälle

Rückfragen & Kontakt:

Gewerkschaft Bau-Holz
Öffentlichkeitsarbeit und Redaktion
Mag. Sonja Schmid
Tel. 01/40147-246
E-Mail: sonja.schmid@gbh.at
www.bau-holz.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0003