SOKO KFZ: Sonderkommission als Drehscheibe gegen KFZ-Diebstahl

Deutlicher Rückgang der KFZ-Diebstähle im ersten Quartal 2010

Wien (OTS) - Der Diebstahl von Personenkraftwagen ist in
Österreich im ersten Quartal 2010 deutlich zurückgegangen: Während in den ersten drei Monaten 2009 bundesweit 2.012 KFZ gestohlen wurden, waren es im ersten Quartal 2010 939. Das bedeutet einen Rückgang von 53,3 Prozent. Maßgeblich beteiligt an diesem Rückgang war die im Oktober 2009 gegründete SOKO KFZ.

"Die SOKO KFZ fungiert seit Oktober 2009 als bundesweite Drehscheibe für alle kriminalpolizeilichen Belange zum Thema KFZ-Diebstahl. Die Arbeit, die die Sonderkommission leistet, ist deutlich spürbar. Die Zahl der Diebstähle geht zurück, die Zahl der Sicherstellungen steigt", sagte Generalmajor Gerhard Lang, Leiter der Strategieabteilung im Bundeskriminalamt. Im ersten Quartal konnten mit Unterstützung der SOKO KFZ 294 Fahrzeuge sichergestellt werden. 30 Täter wurden unmittelbar durch Beamte der SOKO KFZ festgenommen.

SOKO KFZ - Servicestelle für die Polizeiarbeit "Wir verstehen uns als koordinierende und operative Servicestelle für alle Polizeidienststellen im Bezug auf KFZ-Diebstahl. Bei uns laufen die Fäden über gestohlene Fahrzeuge, ob im In- oder Ausland, zusammen", sagte der Leiter der SOKO KFZ, Rainer Erhart vom Landeskriminalamt Burgenland. "Unsere Aufgabe ist es, die Landeskriminalämter im Kampf gegen den KFZ-Diebstahl zu unterstützen. Dazu liefern wir einerseits punktgenaue Analysen und werden andererseits selbst operativ tätig, vor allem im Ausland", sagte Erhart. Zu den Kernaufgaben der SOKO KFZ zählen: - Das Führen eines bundesweiten zentralen Informationsmanagements im Bereich KFZ-Diebstahl - Die Erstellung von aktuellen Analysen - Die Koordination von Fahndungsmaßnahmen und die rasche Übermittlung spezifischer Fahndungsinformationen an die zuständigen Stellen im gesamten Bundesgebiet - Die Übernahme von weiterführenden Ermittlungen nach Aufgriffen von entfremdeten Kraftfahrzeugen mit spezifischen Täterhintergrund - Das Führen von Auslandsermittlungen - Die Intensivierung der grenzüberschreitenden polizeilichen Zusammenarbeit, insbesondere in den Bereichen Tatortarbeit, Fahndung und Abschöpfung - Die regelmäßige Teilnahme von Beamten der SOKO KFZ bei KFZ-Schwerpunktaktionen in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland

Österreichweite KFZ-Diebstahlsdatei Als ein sehr wichtiges Instrument hat sich die Einführung einer bundesweiten KFZ-Diebstahlsdatei erwiesen. "Sie ist ein unverzichtbares Instrument zur Analyse und Auswertung von Diebstahlshäufigkeiten und Diebstahlsverhalten. Die darin enthaltenen Daten, die die SOKO KFZ unter Einbindung der Landeskriminalämter Wien und Niederösterreich erstellt, liefern nicht nur Informationen über aktuelle KFZ-Deliktsfälle, sondern auch zeitnahe Auswertungsergebnisse", sagte Lang. "Die Polizeibeamten können so ihre Fahndungstätigkeit zielgerichtet führen und den Fahndungsdruck auf die entsprechenden Tätergruppen erhöhen", ergänzte Erhart. Die Beamten erhalten dadurch aktuelle Informationen über Modis Operandi, Bewegungsprofile, Fahrtrouten, Tatzeiten etc.

Internationale Zusammenarbeit Eine große Rolle im Kampf gegen die KFZ-Kriminalität spielt die internationale Zusammenarbeit. "62,5 Prozent aller ermittelten Täter stammen aus dem Ausland. Rund ein Fünftel kommt aus Rumänien", sagte Lang. Daher gibt es eine enge Vernetzung mit anderen Staaten. Da Ungarn für die Tätergruppen gern als Ausreiseland genutzt wird, wurde eine ungarisch-österreichische Arbeitsgruppe gegründet. Ihr gehören Mitglieder der SOKO KFZ und der KFZ-Abteilung der Budapester Polizei an. Ziel der Arbeitsgruppe ist ein rascher Informationsaustausch zwischen den polizeilichen Einheiten in Österreich und Ungarn. Hinzu kommt eine intensive Zusammenarbeit mit anderen Staaten wie zum Beispiel Polen: "Wir sind aktuell an mehreren Strukturermittlungen beteiligt. Unser Ziel ist es, ähnlich wie bei der georgischen Tätergruppe, die im März in Wien zerschlagen werden konnte, an die oberste Führungsebene heranzukommen", so Lang.

Praktische Beispiele der operativen Zusammenarbeit Beispiel 1 - Strukturermittlungen bei KFZ-Diebstahl Als eines von vielen praktischen Beispielen für die operative Zusammenarbeit führte Erhart umfassende Strukturermittlungen an, die zur Festnahme einer Tätergruppe von 15 Tätern in Ungarn führten. Der Amtshandlung begann mit einer Nacheile von zwei in Wien gestohlenen Fahrzeugen auf der Ostautobahn A4. Ein Fahrzeug konnte im Zuge der Fahndung auf der M1-Abfahrt Mosonmagyarovar sichergestellt und nach Erstaufnahme durch die ungarische Polizei nach Österreich überstellt werden. Im Zuge der weiteren Erhebungen konnte eine ungarische Tätergruppe ausgeforscht werden, die laut derzeitigem Informationsstand aus mindestens fünfzehn Personen bestand und gestohlene Fahrzeuge von Wien nach Ungarn transportierte. Durch die Auswertung von DNA-Spuren und sichergestellten Beweismitteln konnten bisher 20 gestohlene Fahrzeuge der Gruppierung zugeordnet werden. Durch die weiteren Ermittlungen konnte eine Querverbindung zu einer Halle in Ungarn hergestellt werden, wo zerlegte Fahrzeuge, Fahrzeugteile und Kennzeichen gefunden wurden. Derzeit laufen gemeinsame Erhebungen durch die SOKO KFZ und die KFZ-Abteilung der Budapester Polizei.

Beispiel 2 - Strukturermittlungen bei Arbeitsmaschinendiebstählen Als weiteres Beispiel nannte Erhart die Ausforschung einer rumänischen Tätergruppe. Gemeinsam mit der Polizeiinspektion Nickelsdorf AGM konnten der Gruppe Arbeitsmaschinendiebstähle im Wert von einer Million Euro nachgewiesen werden. Die internationalen Erhebungen ergaben, dass die Tätergruppierung gleichartige Diebstähle auch in Italien und Spanien verübt hatte.

Beispiel 3 - Unterstützung bei Fahndungen nach gestohlenen KFZ
"Wir haben seit Gründung der SOKO KFZ sehr viel Information über die in Österreich agierenden Tätergruppen gewonnen - auch durch die enge Kooperation mit dem Ausland. Aufgabe ist es, dieses Wissen gezielt einzusetzen, insbesondere bei Fahndungen", so Erhart. Als praktisches Beispiel nannte Erhart eine Fahndung des Landeskriminalamts Salzburg und der Polizeiinspektion Flachau. Durch die SOKO KFZ konnte in Zusammenarbeit mit der KFZ-Abteilung der Budapester Polizei der Standort des 85.000 Euro teuren Fahrzeugs in Budapest festgestellt und dem Geschädigten übergeben werden.

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