Ein Fall von "Rassenschande" - Vortrag im Landesarchiv

Alfons Dür referiert am Mittwoch, 28. April 2010, in Bregenz

Bregenz (OTS/VLK) - "Er wollte nicht von ihr lassen. Ein Fall von 'Rassenschande'" ist der Titel einer berührenden und bedrückenden Geschichte aus der NS-Zeit, die Alfons Dür am Mittwoch, 28. April 2010, 17 Uhr, berichten wird. Zu diesem Vortrag in der Reihe "Verbotene Liebe" lädt das Vorarlberger Landesarchiv alle Interessierten nach Bregenz (Kirchstraße 28) ein. Der Eintritt ist frei.

1935 wurden im nationalsozialistischen Deutschen Reich Eheschließungen zwischen Juden und "Staatsangehörigen deutschen oder artverwandten Blutes" verboten und auch jeder außereheliche sexuelle Kontakt zwischen ihnen mit Haftstrafen bedroht. Die nationalsozialistische Propaganda verunglimpfte solche Beziehungen als "Rassen-" oder "Blutschande". Mit dem "Anschluss" galten diese Bestimmungen ab 1938 auch in Österreich.

Bei Recherchen stieß der frühere Landesgerichtspräsident Alfons Dür auf einen Fall so genannter "Rassenschande", der in Vorarlberg ein tragisches Ende nahm: Zu Ostern 1942 befreite ein 22 Jahre alter Deutscher seine jüdische Verlobte aus dem Ghetto von Riga. 2000 Kilometer flohen sie unentdeckt quer durch Europa. In Feldkirch scheiterte ihre Flucht. Alfons Dür wird die genaueren Umstände schildern und welchen Ausgang dieses Drama nahm.

Vortrag im Rahmen der Reihe "Verbotene Liebe"

Zu diesem Vortrag lädt das Landesarchiv im Rahmen der Reihe "Verbotene Liebe" ein, die Manfred Tschaikner mit einem zahlreich besuchten Vortrag eröffnet hat. Am 12. Mai wird Ulrich Nachbaur den in Vorarlberg bis 1949 geltende "Lehrerinnenzölibat" thematisieren. Am 26. Mai wird Alois Niederstätter eine Blütenlese zu einer Sittengeschichte Vorarlbergs bieten, am 9. Juni Annemarie Bösch-Niederer "Musik und Eros" im Visier moralischer Instanzen behandeln. Alle Interessierten sind herzlich ins Landesarchiv nach Bregenz (Kirchstraße 28) eingeladen. Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 17 Uhr und dauern rund eine Stunde. Eintritt frei. Weitere Informationen unter www.landesarchiv.at.

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