AK: Green Jobs müssen sozial verträglich und umweltgerecht werden

Jetzt die richtigen Weichen für die Entwicklung der Umweltbranche stellen

Wien (OTS) - "Aus tausenden sogenannten green Jobs müssen erst noch gute Arbeitsplätze werden", fordert der AK-Umweltökonom Thomas Ritt. "Der Landwirtschaftsminister möchte gerne mehr green jobs haben. Das klingt gut. Doch noch viel zu oft verbergen sich hinter dieser Bezeichnung Arbeitsplätze mit ausgesprochen harten Arbeitsbedingungen." Etwa jeder dritte Umweltarbeitsplatz ist einerseits schlecht bezahlt und noch dazu mit hohen körperlichen Belastungen für die ArbeitnehmerInnen verbunden, die schon mittelfristig gesundheitsgefährdend sind", schätzt Ritt. "Eine massive Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Abfallwirtschaft wäre wichtig", so Ritt. "Jetzt ist es höchste Zeit, die richtigen Weichen zu stellen." Die Arbeiterkammer fordert außerdem bei der Förderung von green jobs einen klaren Schwerpunkt auf anerkannt nachhaltige Branchen wie den öffentlichen Verkehr, die Wärmedämmung im mehrgeschossigen Wohnbau, Fernwärme aus Kraft-Wärme-Kopplung und umweltverträgliche leistbare erneuerbare Energie wie solare Warmwasserbereitung.

Alle Jobs, die der Landwirtschaftsminister künftig mit 100 Millionen Euro fördern will, sollten auch tatsächlich umweltgerecht sein. "Die Agrartreibstoffe beispielsweise schaffen nach allen Umweltbeschäftigungsdefinitionen eher wenige grüne Arbeitsplätze. Intensiv-landwirtschaft zählt zu Recht nicht zur Umweltbeschäftigung und Raps und Mais für Sprit und Gas können nur mit massivem Dünger und Pestizid-Einsatz erzeugt werden", kriti-siert Ritt.

Auch die Windenergieförderung schafft nur mäßig Beschäftigung. Ein Windenergiear-beitsplatz kostet schätzungsweise jährlich zwischen 16.000 und 25.000 Euro. "Dasselbe Geld in die Wärmedämmung investiert, schafft dagegen viermal so viele Jobs. Deshalb fordert die Arbeiterkammer einen starken Schwerpunkt auf die Förderung der thermischen Sanierung von mehrgeschossigen Wohnhäusern", so Ritt.

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