Wahlbeteiligung als Fragezeichen - von Alois Vahrner

Es gab schon weit spannendere Bundespräsidentenwahlen als die heutige. Verlierer wird es in jedem Fall einige geben.

Innsbruck (OTS/TT) - Es war ein Wahlkampf ohne echte Höhepunkte, vom negativen rund um die von FPÖ-Kandidatin Barbara Rosenkranz völlig sinnlos losgetretene Diskussion über das NS-Verbotsgesetz einmal abgesehen. Daher wäre im ungleichen Dreikampf ums Präsidentenamt alles andere als ein ganz klarer Wahlsieg von Amtsinhaber Heinz Fischer eine Sensation. Auch wenn Christen-Gegenkandidat Rudolf Gehring offenbar auf Wunder hofft und eine Stichwahl voraussagt. Gehring will heute selbst auf bis zu ein Drittel der Stimmen kommen. Rosenkranz legte sich die Erfolgslatte auf 17 Prozent, ihr FP-Parteichef Heinz-Christian Strache allerdings auf 35 Prozent.

Angesichts dieser Ansagen muss es heute automatisch einige Verlierer geben. Wie sehr sich heute Bundespräsident Fischer freuen kann, wird weniger von den Gegnern als von der Wahlbeteiligung abhängen. Ist diese, was leider zu befürchten ist, extrem niedrig, könnte sein erwarteter Wahlsieg entsprechend dünner ausfallen. Dazu drohen wieder einmal Diskussionen über das Präsidentenamt oder zumindest die Wiederwahl von Präsidenten.

Zu Recht, wenn mit ÖVP, Grünen und BZÖ gleich drei von fünf Parlamentsparteien keinen Kandidaten ins Rennen um die Hofburg schicken. Einerlei, ob dies nun aus finanziellen Gründen oder der Angst vor einem Wahlflop wie bei der ÖVP passierte. Jene VP-Spitzen, die seit über einem halben Jahr einen Eiertanz um Kandidatur oder Nichtkandidatur aufführten und zu allem Überdruss auch noch zum Weißwählen aufriefen, sind jedenfalls die größten Verlierer dieser Wahl.

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