Bundeskanzler Faymann und Premierminister Putin einig über Gas-Pipeline South Stream

Das Thema Energiesicherheit stand im Vordergrund der bilateralen Gespräche zwischen Russland und Österreich

Wien (OTS) - "Wir haben über die gute Zusammenarbeit unserer
beiden Länder und die wirtschaftliche Entwicklung nach der Finanzkrise gesprochen", sagte Bundeskanzler Werner Faymann nach einem Arbeitsgespräch mit Russlands Premierminister Wladimir Putin am Samstagnachmittag. Im Vordergrund sei die Sicherheit der Energieversorgung gestanden: "Auch wenn wir in Österreich stark auf erneuerbare Energien setzen, so sind doch die Gaslieferungen aus Russland für unsere Energiesicherheit unentbehrlich."

Premierminister Putin berichtete, dass Russland nach der Wirtschaftskrise einen Schwerpunkt auf den Ausbau der Erdöl- und Ergasleitungen legen werde: "Wir müssen die Leitungen diversifizieren, um die Liefermöglichkeiten nach Europa steigern zu können", so Putin. Deshalb sei auch bereits mit dem Bau sowohl der South Stream Pipeline als auch der North Stream Leitung begonnen worden. "Russland besitzt hohe Vorräte an Erdgas, die den Bedarf Europas auf Jahre hinaus decken können", versicherte der russische Premierminister.

Angesprochen auf etwaige Interessenskonflikte mit der geplanten Pipeline Nabucco, sagte Putin, dass Russland sich nicht gegen andere Projekte stellen werde, auch wenn sie eine Konkurrenz darstellten. "Wir wollen das Volumen der Gaslieferungen noch steigern, dazu sind vielleicht alle Leitungen notwendig", so Putin. Bundeskanzler Faymann sieht auf jeden Fall keinen Interessenskonflikt zwischen Nabucco und South Stream: "Auch wir wollen durch Diversifizierung der Leitungen unsere Möglichkeiten, Gas zu beziehen, sicherstellen."

Angesprochen wurde auch die Verlängerung der Breitspurbahn von Kosice in der Ost-Slowakei bis nach Wien. Damit könne die Transsibirische Eisenbahn von Asien bis nach Mitteleuropa geführt werden. "Es war viel Abstimmungsarbeit notwendig, nun kann mit der praktischen Umsetzung schnell begonnen werden", sagte Premierminister Putin. Bundeskanzler Werner Faymann dazu: "Die Zusammenarbeit zwischen unseren Bahnunternehmen ist sehr intensiv. Die Idee, Asien und Wien auf der Schiene zu verbinden, ist sowohl für die Wirtschaft wichtig, als auch umweltpolitisch richtig und zukunftsweisend."

Abschließend betonte Wladimir Putin noch einmal die gute wirtschaftliche Zusammenarbeit. Österreich hätte trotz Finanzkrise die Direktinvestitionen in Russland deutlich gesteigert, derzeit seien über 2.000 Unternehmen in der Russischen Föderation tätig. Russland sei interessiert, diese Zusammenarbeit, vor allem im Bereich der Hochtechnologie, weiter zu vertiefen.

Im Beisein der beiden Regierungschefs wurde im Anschluss an die Pressekonferenz das Regierungsabkommen über die Zusammenarbeit von Russland und Österreich beim Bau und Betrieb der Erdgaspipeline South Stream, die auch auf österreichischen Hoheitsgebiet verlaufen wird, von Russlands Energieminister Sergej Schmatko und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner unterzeichnet.

Bei einem Arbeitsmittagessen, an dem unter anderem Infrastrukturministerin Doris Bures, OMV-Vorstandsvorsitzender Wolfgang Ruttenstorfer, RZB-Generaldiektor Walter Rothensteiner sowie Andrej Miller, CEO von Gasprom, und der Chef der Russischen Eisenbahnen AG, Wladimir Jakunin, teilnahmen, wurden die Themen schließlich weiter vertieft.

Rückfragen & Kontakt:

Pressesprecher des Bundeskanzlers
Mag. Leo Szemeliker
Tel.: (01) 531 15 - 2090, 0664/282 25 00

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NBU0001