"KURIER"-Kommentar von Josef Votzi: "Licht ins KHG-Dunkel"

Die Mühlen der Justiz mahlen im Fall Grasser skandalös langsam.

Wien (OTS) - Glatte Lüge", "späte Rache" - Karl-Heinz Grasser zog alle Register, als im Herbst des Vorjahres die BUWOG-Affäre platzte. Die milliardenschwere Privatisierung von Bundeswohnungen sei "ein abgekartetes Spiel" gewesen, behauptete ein Ex-Kabinettsmitglied. Ein schwerwiegender Vorwurf gegen den verantwortlichen Finanzminister -zumal sich sein Trauzeuge dabei eine goldene Nase verdient hatte. Gestern standen sich Grasser und sein Ex-Mitarbeiter deshalb vor Gericht gegenüber. Ein internes Protokoll bringt den Ex-Finanzminister nun ernsthaft in Bedrängnis (Bericht Seite 10). Der Prozess wurde dennoch einmal mehr vertagt. Irgendein fehlender Zeuge schafft es immer, die Causa in die Länge zu ziehen.
Das sich dahinschleppende Verfahren ist nur ein juristischer Nebenschauplatz des Skandalfalls. Hinsichtl & Rücksichtl scheinen generell Regie zu führen, sobald der Name KHG ist Spiel kommt. Bei einigen Beschuldigten gab es längst Hausdurchsuchungen und Kontoöffnungen, bei KHG bis heute nicht.
BUWOG, Meinl, Hypo: Die Ära Grasser als Finanzminister ist längst ein Fall für einen Untersuchungsausschuss im Parlament. Wenn die Justiz weiter die Zügel schleifen lässt, kommt bald ein neues Kapitel hinzu.

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