"147 Rat auf Draht" kooperiert mit neuer Hotline für Fragen zu Rechtsextremismus

Hinschauen - Erkennen - Handeln: "147" unterstützt Kinder, Jugendliche und Bezugspersonen bei Fragen und Problemen mit Neonazismus

Wien (OTS) - Die rechtsextreme Szene wird von vielen mit
Nazi-Skins in Bomberjacken und Springerstiefeln assoziiert. Doch in Wirklichkeit ist es nicht immer einfach zu erkennen, wer der rechten Szene angehört, denn die Kleidung wird "cooler", und mit modischen Accessoires und Mainstream-Produkten, die mit bestimmten jugendkulturellen Codes ausgestattet sind und deren Bedeutung in der Regel nur in der Szene bekannt sind, kann man sich szeneintern genauso outen wie mit Schläger-Outfits.
Das Mauthausen Komitee Österreich präsentiert dazu am heutigen Dienstag, dem 20. April, um 18.00 Uhr im Presseclub Concordia das Buch "Rechtsextrem - Symbole, Codes, Musik, Gesetze, Organisationen" von Christa Bauer und Willi Mernyi. Zusätzlich hat das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) - in Zusammenarbeit mit "147 Rat auf Draht", der erfolgreichen ORF-Telefonhilfe für Kinder, Jugendliche und deren Bezugspersonen - auch eine eigene Hotline initiiert, die unter 0810 500 199 für Fragen zum Thema Rechtsextremismus zur Verfügung steht.

Bei dieser Hotline können sich Eltern, Lehrer/innen, Betriebsrät/innen, Ausbildner/innen, Jugendarbeiter/innen, Sozialarbeiter/innen etc. zu rechtsextremen Symbolen, Codes, Modemarken, Musikrichtungen, Bands, Websites und Organisationen informieren lassen. Wenn sich bei diesem Gespräch herausstellt, dass ein Bezug zur rechtsextremen Szene besteht, wird in Zusammenarbeit mit der meist frequentierten Notrufnummer Österreichs, "147", eine individuelle Betreuung mit Fokus auf die Fragen "Wie gehe ich jetzt weiter vor? Wie kommuniziere ich mit dem Jugendlichen?" angeboten.

Sissy Mayerhoffer, die Leiterin des ORF-Humanitarian-Broadcasting, zu dem auch "147 Rat auf Draht" gehört: "Das Telefon als niederschwelliges Medium bietet sich als ideales Beratungsinstrument an. Allein im vergangenen Jahr sind bei der rund um die Uhr und kostenlos aus ganz Österreich erreichbaren Notrufnummer '147' 175.000 Anrufe der zumeist jugendlichen Zielgruppe eingegangen. Darüber hinaus versteht sich 'Rat auf Draht' auch als Drehscheibe zu anderen Beratungseinrichtungen. Aufgabe unserer Expertinnen und Experten ist es nicht, mit den Anrufern über neonazistische Symboliken zu sprechen oder eine bestimmte politische Haltung einzunehmen, sondern eine am Gesetz orientierte, klare Werthaltung zu transportieren."

Birgit Satke, Teamchefin von "147 Rat auf Draht" unterstreicht: "Ziel dieser Kooperation zwischen '147' und dem Mauthausen Komitee Österreich soll es sein, Bezugspersonen bei schwierigen Gesprächssituationen mit den Jungendlichen zu unterstützen. Denn oft ist es für Eltern, Ausbildner/innen, Lehrer/innen sehr schwer, eine vernünftige Kommunikation mit dem Jugendlichen herzustellen. Das Expertenteam von 'Rat auf Draht' kann hilfreich sein, um herauszufinden, welche Gesprächstechniken dafür angewendet werden können. Ein weiterer Focus soll darin liegen, Alternativen aufzuzeigen und einen Perspektivenwechsel vorzunehmen. Die Veränderung des Blickwinkels kann zum Beispiel durch Fragen wie 'Was findet Ihr/e Kind/Lehrling/Schüler/in dort, was es woanders nicht bekommt?' oder 'Warum macht es für ihn/sie subjektiv Sinn, dort dabei zu sein?'. Dies ermöglicht die Erweiterung der eigenen Sicht und eröffnet dadurch neue Deutungs- und Handlungsmuster."

Rückfragen & Kontakt:

http://presse.ORF.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GOK0001